Der Reiz aelterer Kameras


Ando

Sehr aktives Mitglied
Je mehr ich mich mit den analogen Kameras von Nikon und Canon beschaeftige, desto oefter stelle ich mir die Frage, was eigentlich den Reiz dieser Apparate aus den 70er- und 80er-Jahren ausmacht.

Ist es der Charme vergangener Technologie, die heute fast schon aeltlich-liebenswuerdig erscheint? Die Sehnsucht nach beherrscharer - weil ueberschaubarer - Technik? Oder ist es das, eigentlich schon verlorengegangene, Erlebnis, ein technisches Praezisionsgeraet aus Metall anzufassen, damit zu arbeiten? Der Eindruck von Wertigkeit und Soliditaet, den dieses Kameras vermitteln? Manchmal vielleicht sogar der feine Geruch nach altem Schmiermittel und Mechanik, der dem Kenner viel ueber den Zustand, und manchmal auch die Geschichte, der Kamera mitteilt? Ist es der Reiz, ein aelteres Geraet - wider aller skeptischer Zurufe - in Betrieb zu nehmen und seine Leistungsgrenzen - gemessen am heutigen technischen Stand - auszuloten?

Ich denke, alles das zusammen kommt einer Antwort nahe.

Bei mir ist es dazu noch die mehr oder weniger deutliche Erinnerung an die Zeit meiner Kindheit und Jugend, als diese Kameras in den Fotogeschaeften und deren Schaufenstern zu bewundern waren. Die gemeinsamen Traeume von Vater und Sohn, sich so ein Wertstueck zuzulegen, damit hinauszugehen und zu fotografieren, abends im Systemkatalog zu blaettern und sich vorzustellen, wie es waere, dieses und jenes Zubehoer zu kaufen ...

Soll man mich einen Narren schimpfen - ich liebe diese aelteren Kameras und die Aura aus Erinnerungen, die sie umgibt! :)
 

Frank S

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.......

Die alten Nikons sind purer Spaß.:fahne:
:D
 
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mbreu

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:D
Ich dachte hier geht es um Kleinbild.
Dieses Schlap-Schlap ist eh über jeden Zweifel erhaben.
... dich als C-Skeptiker anwaermen! :up:
Mir ist schon warm, Danke.

von auf Flickr​
 
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LeBleuBeau

Auszeit
Meine erste selbst gekaufte Kamera war eine Canon AE-1programm - ich hab sie immer noch :up:
Als Canon die FD Reihe sterben ließ konnte und wollte ich den Kram nicht zum Kilopreis hergeben, stattdessen kaufte ich weiter Glas und A-1 + AV-1, Balgengerät - Motor MA und so einige andere nette Dinge.
Dann kam der digitale Zug und ich wollte wieder nicht alles verschenken und kaufte weiter altes Gelumpe.
Irgendwann machte ich den Schritt die digitale Welt mit einer Kompaktknipse - naja man hatte schnell und einfach ein Bild auf dem Bildschirm und fürs WEB.
Die Canon blieb - es wurde zwar manches Jahr fast garnichts mehr fotografiert - aber die Canon blieb.
Als dann Weihnachten die gebrauchte D70 ins Haus kam, war die Begeisterung über die Möglichkeiten der digitalen Welt groß - die Canon blieb trotzdem.
Jetzt wurde ich angefixt hier im Forum von verschiedenen Leuten die den hybriden Weg gehen. Nun ich setzte mich mit den Möglichkeiten des digitalisierens auseinander und kam zu dem Schluß das mir nur ein digitaler Rückdeckel für das Balgengerät fehlt und es wäre möglich die Bilder auch am Computer zu haben. Ergebnis - es wurde eine NEX gekauft und mit Adapter versehen.
Wenn ich jetzt die dicke (A-1 mit Motor MA und DatabackA) in die Hand nehme und sie sich richtig satt in diese saugt, weiß ich das ich in all den Jahren keinen Fehler gemacht habe das FD-Gelumpe zu behalten.
Ich hab einen Objektiv Park der mir fast alles ermöglicht - die paar kleinen Fehlstellen (L-Linsen und ein 3,5 50mm Makro) werden auch noch geschloßen.

Bei diesen meine Kameras kenne ich halt jede Macke und marotte und kann sie auch Nachts um 3 schlaftrunken blind bedienen.

Das ist was für mich den Reiz der alten Kameras ausmacht - man kennt sich und kann einander vertrauen - fast wie ein altes Ehepaar.

Neuzugänge wie die Voigtländer Bessamatic machen für mich nur den Reiz der Vollmechanik aus, werden aber nie den Stellenwert meiner Canon erreichen.

Grüße
Michael

PS:
An einer A-1 ein 1,8 50mm :eek:
Da gehört min. ein 1,4er drauf! :up:
 
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Ando

Sehr aktives Mitglied
Mir ist schon warm, Danke.

von auf Flickr​
Die A-1 ist natuerlich eine ausgezeichnete Kamera, aber von der Wertigkeit her keine New F-1 :fahne:
 
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smiley

Sehr aktives Mitglied
analog warum? weil ich wieder mal einen film einlege und dadurch natuerlich bewusster knipse - die ergebnisse ueberaschen mich immer wieder, die kompositionen erscheinen mir trotz mancher fehlbelichtung auf dem punkt.

ich lerne durch analog fuer digital mein auge zu schulen.

scannen tu ich solche bilder nicht mehr ich kucke mir nur die ergebnisse an und von 36 bis 37 aufnahmen bleibt zwischendurch mal eine im archiv.

ob canon oder nikon ist hierbei vollkommen unerheblich
 
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Fotocop

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Hallo zusammen. Hatte die OM 2 mit entsprechenden Originalobjektiven. Klein-Fein-Präzise. Trotzdem robust. Da konnte man auch mal mit wo anstoßen ohne dass gleich etwas defekt war. Ich finde dass diese Kameras, egel ob Nikon, Canon oder Pentax, eines gemeinsam hatten. Die einfache Bedienung. - Und nicht so große Gehäuse .- :dizzy: V.G. fotocop
 
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Frank S

Unterstützendes Mitglied
Ich dachte hier geht es um Kleinbild.
Dieses Schlap-Schlap ist eh über jeden Zweifel erhaben.

.....................
Na gut. Dann doch die F5.
Und wenn es puristischer zugehen soll, kommt die Minolta X-500 mit
dem MD 50/1,4 zum Zuge. Auch nicht sooo viel größer, wie eine Leica. ;)
 
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Dieterffm

Unterstützendes Mitglied
Hallo und guten Tag,

ich besitze zwei NIKORMAT EL Gehäuse und etliche Objektive dazu. Mit meinen Oldies bin ich immer noch am knipsen und stehle so manchem Hi-End Fotografen
die Show....

Seit drei Jahrzehnten begleitet mich die "EL" und ich kann mir nur schwer vorstellen, das meine 300s ähnlich viel aushalten wird. Es ist immer noch ein ganz besonderer Reitz die UR-Nikon in der Hand zu spüren, den Verschluss zu hören und nicht auf Akku-Anzeigen achten zu müssen.....

Es grüßt Dieter
 
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S

SMOKING

Guest
Und nicht so große Gehäuse
...na ja, schon richtig, aber je nachdem in welcher "Ausrüstung":...

...so: (Die F2 als Oberhammer)

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...oder so: (Die F3, eine Professionelle, die fast als Kompakte durchgeht!)

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W

Werner Gilliam

Guest
..was eigentlich den Reiz dieser Apparate aus den 70er- und 80er-Jahren ausmacht..
..vielleicht auch die Tatsache, dass damals noch nicht so sehr auf den CW-Wert geachtet wurde? :)

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deepblue**

Unterstützendes Mitglied
Alte Kameras haben auch mit Erinnerungen zu tun, die man sich bewahren will. Ich denke die meisten haben diese alten Kameras inzwischen in der Vitrine abgelegt und knipsen mit der Digi.
Eins ist klar, ohne jetzt die rosarote Brille aufzuziehen.
Die Modelle wechselten damals nicht so schnell wie heute. Der Markt heute ist unübersichtlich und vorallem sehr schnelllebig geworden.
Ob sich dabei noch so eine enge über längere Jahre gehende Bindung zu einem Kameramodell aufbauen kann, bezweifle ich.
Grüsse
 
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Frank S

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arno_nyhm

Unterstützendes Mitglied
fast alles zum ausgangsthema ist gesagt (nur noch nicht von jedem), und zu der Frage, ob die NEX wirklich ein vollwertiges digitalrückteil für manuelle Linsen ist könnte ich mir ein neues Thema vorstellen- mit dem Gedanken an eine Anschaffung trage ich mich nämlöich auch gerade, weil mir die M8 ein stükchen zu teuer ist.

aber eins blieb noch unerwähnt:

eine XG9 mit MD 50/1,4 habe ich mir für insgesamt 20 öcken auf dem Flohmarkt zusammengesucht. beigefangene XE5 und 35-70 habe ich dann in der Bucht weiterverhökert und es ist sogar noch ein bischen Kleingeld für Filme übrig geblieben. eine Porst compact reflex SP (mit Spot - und Integraler Belichtungsmessung) mit 55/1,4 habe ich ein wenig verdreckt für 5 öcken auf dem Flohmarkt aufgetrieben. und solche Funde lassen sich auf jedem zweiten Flohmarkt machen- man darf nur nicht wählerisch sein.

man kann also mit dem analogen geraffel heutzutage als Neueinsteiger fast zum Nulltarif mit absolut hochwertigem Kameragedönse spielen. das bedeutet, dass man nicht besonders auf sein geraffel achtgeben braucht, weil Nachkaufen geradezu im Überfluss möglich ist und man bei den Preisen auch ruchig selbst mal den schraubenzieher in die hand nehmen und das eine oder andere gehäuse selbst reparieren kann, ohne sich um die teure kamera Sorgen machen zu müssen. und das führt zu einem derart entspannten kameraerlebnis, dass man es an den ergebnissen hinterher sogar sehen kann.
 
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Fernauslöser

Sehr aktives Mitglied
ich liebe diese aelteren Kameras und die Aura aus Erinnerungen, die sie umgibt!


:up:

Kann man ja ihne weiteres voll und ganz unterstreichen.
Aber nebst dem Nostalgischen kommt für mich noch ein anderer zentraler Punkt hinzu :
die Praxistauglichkeit.

Es waren damals auch Jahre wo die Vollendung zur "Eierlegenden Wollmilchsau" erst noch bevorstand.
Erst die Minolta 7000 machte klar, dass man an diesem Weg bald angekommen sein könnte. Der "Sputnik-Shock" - ihr Verdienst.

Je weiter man in die vergangenen Dekaden zurückblättert und die Kamera-Konstruktionen vergegenwärtigt, so offensichtlicher wird wie essentiell sich auch kleine Details in der Praxis auswirken können.
Das eine Modell mit und das andere ohne seperate Rückwandarretierung, das eine Modell mit Abblendtaste oben und beim anderen Model vorne.
Solche Kleinigkeiten konnten entscheidend sein.

Ob ASA-Einstellrad links in der Rückspul-Kurbel intergriert oder wie zB bei Canon zT im Schnelspannhebel usw. Oder nehmen wir die Nikkormat FT's oder "Olympen" mit ihrem Zeiteinstellrad am Bajonett. Oh, welche Umstellung dann für einen ehemaligen FTN-Besitzer als er sich eine EL kaufte . . .
Oder nehmen wir mal den Vergleich Nikon F & F2. Eigentlich ja "nur" Detailverbesserungen - aber mit welchem Ausmass für die Praxisrelevanz! :)

Oder nehmen wir Pentax. Dafür, dass viele Käufer ihr Leben lang ihr obligates 50er drauf hatten, hätte man nicht vom Schraubgewinde abkommen brauchen . . .
Klar, manches war wirklich nur Detail, anderes war essentiell. Bis hin zu völlig verschiedenen Konzepten von Kameras gleicher Bauart (zB TRL Rollei & Mamiya)

Das macht für mich auch das fotografieren mit solchen Kameras äusserst erfahrungsreich. Dinge die sich oftmals nicht alleinig auf Datenblätter beschreiben lassen.
Damals brauchte es daher auch etwas mehr an Überzeugung als es heute doch der Fall ist. Sowohl vom Hesteller als auch vom Käufer. Denn die Unterschiede waren in der Praxis essentieler. Ja, Kameras mit Überzeugung - fernab der "Eierlegenden Wollmilchsau".
 
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Roscoe Elasmo

Aktives und bekanntes NF-Mitglied
Für mich liegt der Reiz älterer Kameras (ich rede hier von F3 und FE2) in ihrer hohen Praxistauglichkeit (im Bereich Landschaft, Doku, Reise und Projekte).

-- Bedienung auch nach Jahren Abstinenz ohne Manual möglich
-- Point and Shoot, wenn man hyperfocal und per Lichtmessung (oder -schätzung) unterwegs ist (oder im A-Modus)
-- Batteriewechsel alle drei Jahre (und kein Stress, wenn man mal zwei Tage hintereinander keine Steckdose hatte)
-- vergleichsweise klein und leicht (wenn man Beschränkungen bei den verfügbaren Brennweiten in Kauf nehmen will/kann)
-- bei Verwendung von Dia hochwertige Präsentation implizit
-- immer die neueste Chemierollsensortechnologie im alten Body verfügbar
-- Vollformat
-- bezogen auf Gebrauchtpreise extrem gutes Qualitäts-Preis-Verhältnis

Für mehrtägige Wanderungen ist das Batterieargument für mich absolut entscheidend...

Rüdiger
 
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Timotheos

Sehr aktives Mitglied
Der Reiz alter Kameras besteht darin, dass man ohne das Lesen einer "BDA" (*hach*, 'ne coole Abkürzung) ein Foto machen kann.

:)
 
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