Bilder gucken.....

mbreu

Unterstützendes Mitglied
Die Bilder wirken plötzlich weniger banal und gewinnen an fotografischem Charakter.
Das dürfte im wesentlichen daran liegen, daß Du
  1. ...einen ganz anderen Zugang zur Fotografie hast als 95% unserer Mitmenschen.
  2. ...sicher nicht jeden Mist knipst und das am besten gleich 28 mal.

Ich habe gestern eine Ballettaufführung meiner Tochter besuchen dürfen.
Währenddessen (ca. 1 Stunde) habe ich 22 Aufnahmen gemacht (Kodak Ektar 100 :D). Umringt war ich von Handys die fotografiert und gefilmt haben was das Zeug hält. Ich habe eine Frau beobachtet die einen Teil der Aufführung (mit dem Handy und natürlich am langen Arm Freihand) im Hochformat gefilmt hat während der "Aufnahme" hat sie dann ins Querformat gewechselt. Ich wäre so gerne Zeuge wenn dieser Film der geneigten Verwandtschaft zum Besten gegeben wird.
 
Bild

Schnappschuß

Sehr aktives Mitglied
Du glücklicher. Hier waren es diverse UNIX Systeme.
Wenn ich mich an den Administrationsaufwand zurückerinnere wird mir heute noch schlecht.
Hallo Martin

ich hatte damals gezögert, weil es 2 Programme gab, auf 2 Betriebssystemen die sich konkurrierten.
Das bessere Programm lief auf OS2, nur wurde die Software an ein anderes Unternehmen verkauft und bei der Umstellung auf Dos wurde es förmlich verschrottet.
Mit Windows fing dann das Grauen an :motz: :heul:

Gruß Ralf
 
Wenn ich mir Bilder ansehen will greife ich ins Bücherregal und nehme ein Album oder Fotobuch heraus. Das geht vollkommen entspannt.
Eben. Aus diesem Grund habe ich einen Teil meiner privaten Fotos als Bücher drucken lassen (nicht bei den Billigheimern). Die Dias bleiben erhalten, die Dateien werden gnadenlos gelöscht.

Nach einem kurzen Abstecher zur Digitaleritis (Präsentation im Web oder auf einem Laptop, iPad brauchte ich nicht), bin ich wieder davon runter und mache Prints. Gross. Schwer. Auf Barytpapier, edlem Canvas, oder A3 Büchern. Der persönliche Kontakt und das haptische Erlebnis für die 'möglichen Kunden' ist frappierend. Das Thema Web, iPad, Memory/USB Stick, Digital-Firlefanz hat sich damit für mich erst einmal wieder erledigt. Abgesehen davon ist der traditionelle Weg einfacher und schneller - zumindest für mich.

Ich habe eingesehen, dass es wenig Sinn macht, Grossformat oder grosse Formate anzubieten, indem ich ¾ Postkartenformt im Web zeige, wo ich nicht einmal weiss, ob der Betrachter seinen Monitor korrekt eingestellt hat (von Kalibrieren will ich hier noch nicht einmal sprechen).

Erkenntnis: Die Sinne ansprechen und die Fäden in der Hand behalten.

Jetzt komme mir bitte niemand mit dem Spruch: Es gibt Browser, die Color Management beherrschen. Die Browser ja, aber die Leute davor sind bereits mit den einfachsten Einstellungen total überfordert. Das sind die gleichen, die sich abends in den Foren tummeln und überschlaue Dinge von sich geben :D
 

Frank S

Unterstützendes Mitglied
.......

Wenn ich meiner Umwelt heute so zuschaue wie und was alles womit fotografiert wird denke ich das es eher eine Gnade ist, daß uns davon in wenigen Jahren nur noch ein Bruchteil erhalten sein wird.:fahne:
......

Schnelle Facebook-Handy-Bilder halten einen Augenblick fest, der sofort mit anderen geteilt und damit auch schon verarbeitet wird. Es sind quasi "Ein-Weg-Bilder", die zehn Minuten später schon gar nicht mehr interessieren, geschweige denn nach Jahren oder Jahrzehnten. Vielleicht ist diese Art der Bilderzeugung, die diese Schwemme an Fotos hervorbringt, auch gar nicht wirklich "Fotografie" sondern einfach ein weiterer Kanal sich mitzuteilen und genauso kurzlebig wie ein gesprochener Satz.

Das Mitteilungsbedürfnis moderner Menschen - egal ob Wort oder Bild - ist in heutiger Zeit allerdings oft fragwürdig....:dizzy:

Wahrscheinlich sind es gerade diese "unbedeutenden" Bilder, die ungewollt diese Phase des
digitalen Zeitalters überstehen. Ob wir das gut finden müssen, steht auf einem anderen Blatt.

(Entschuldigt, wenn ich Eure Aussagen zu sehr gestutzt habe.)
 

alterschwede

Sehr aktives Mitglied
Ich halte beide Varianten für mich verfügbar.

Ich digitalisiere die meisten Filme als erstes um die Bilder verfügbar zu haben ( ich bin da einfach zu neugierig ;) )

Und wenn ich dann Zeit und Lust habe schmeisse ich den Vergrösserer an und bringe die Dinge die mir wichtig sind zu Papier.

Ich habe es aktuell wieder bei den Bildern aus dieser Serie, da habe ich angefangen welche abzuziehen. Die gefallen mir digital schon richtig gut, aber dann die Barytabzüge (auf Adox MCC) in die Hand zu nehmen das ist dann eine ganz andere Hausnummer. :D

Aber ich muss auch so ehrlich sein alles aus Prinzip mal abzuziehen, das haut auch nicht hin weil es einfach richtig lange dauert und Freizeit durch Job und Familie einfach eine knappe Ressource ist.
 

Randle P. McMurphy

Unterstützendes Mitglied
Wenn man so auch mit seinem digitalen Archiv umgeht ("bei jedem Umzug mitnehmen") dann wird es in 50 Jahren auch die digitalen Bilder noch geben.
Richtig und unwidersprochen - nur (!) ist der Aufwand beim Übertrag von (aktuell lesbaren) Medium zu Medium und (aktuell lesbaren) Dateiformat zu Dateiformat um einiges Zeitaufwendiger & Kostenintensiver.

Das 1936 auf 6x9cm fotografierte SW-Negativ ist so gesehen "Final" archivbeständig und kann unangepasst bei Bedarf mit den verfügbaren aktuellen Mitteln (be)arbeitet werden. Lager/Speicherhaltung = Null.
 

Randle P. McMurphy

Unterstützendes Mitglied
Wahrscheinlich sind es gerade diese "unbedeutenden" Bilder, die ungewollt diese Phase des digitalen Zeitalters überstehen.
Gerade die "digitale" Halbwertzeit ist für mich ein aktueller Grund manche Bilder
(Familienbilder grundsätzlich) analog zu Fotografieren was aber andererseits
durchaus die Nutzung der digitalen Produktionsmittel für schnell benötigte Fotos
nicht ausschließt und diese dann als wichtig oder (un)bedeutend (subjektiv gesehen)
einzustufen muss jeder selbst für sich festlegen.
 

Timotheos

Sehr aktives Mitglied
Die "Bedeutung" oder das ideelle Gewicht eines Bildes kann im Laufe der Zeit schwanken. Ein Beispiel: Der bedeutungslose Knips von der Grossmutter im Wohnzimmer, unscharf und schief, wird nach ihrem Tode eine liebe Erinnerung sein, auf die man nicht verzichten möchte. Ganz wichtig ist die Erkenntnis, dass das "Gewicht" vieler Bilder zu einem grossen Teil in der Zukunft bestimmt wird und nicht in der Gegenwart.
 

Virgil Kane

Sehr aktives Mitglied
Ganz wichtig ist die Erkenntnis, dass das "Gewicht" vieler Bilder zu einem grossen Teil in der Zukunft bestimmt wird und nicht in der Gegenwart.
Das stimmt! Und zwar unabhängig davon, ob das Bild "zum Anfassen" in der Bilderkiste liegt oder in der letzten Ecke einer Festplatte/Simkarte.

Möchte jemand hier sein Bilderarchiv zeigen? Wie bewahrt ihr sie auf?
Chaotisch in Kartons?
Fein säuberlich sortiert?
In Alben geklebt? ..... wäre interessant zu sehen...
 

mbreu

Unterstützendes Mitglied
Möchte jemand hier sein Bilderarchiv zeigen? Wie bewahrt ihr sie auf?
Chaotisch in Kartons?
Fein säuberlich sortiert?
In Alben geklebt? ..... wäre interessant zu sehen...
Die Daten?
Auf einem NAS und zur Sicherheit zweimal auf Platten gespiegelt.

Die Prints?
Was größer ist als A4 liegt in einer großen "Mappe" aus Hartfaserplatten. Dort rollen sich die Bilder nicht.

Alles was bis um ca. A4 Größe hat wird in Kistchen gelagert, die schönsten Bilder auf Platten kaschiert.
 

Timotheos

Sehr aktives Mitglied
Das stimmt! Und zwar unabhängig davon, ob das Bild "zum Anfassen" in der Bilderkiste liegt oder in der letzten Ecke einer Festplatte/Simkarte.
Genau. Die Tatsache, dass der ideelle Wert eines Bildes oftmals in der Zukunft zunimmt, gilt unabhängig vom Aufnahmemedium. Allerdings ist das "Überleben" des elektronischen Bildes komplizierter und nicht ohne "Nebenwirkungen". Die Migration auf aktuelle Datenträger bedarf immer eines Benutzereingriffes. Der Benutzer entscheidet, was erhaltenswert ist. Bemerkenswert! Beim Papierbild entscheidet das in der Regel der Zufall. Das ist ein besonders für Historiker bedeutender Unterschied, sind es doch gerade Zufallsfunde, die tiefe und umfassende Einsichten in die Vergangenheit gewähren. Man will ja nicht nur wissen, was die Vorgängergeneration bewahren wollte, sondern auch, was sie zu verbergen hatte. Erst dann kann man sich ein Bild über die Vergangenheit machen. Ein Umstand, der nicht jedem gleich einleuchtet, aber das elektronische Foto wird die Interpretation der Vergangenheit schwieriger machen.
 

Frank S

Unterstützendes Mitglied
Gerade die "digitale" Halbwertzeit ist für mich ein aktueller Grund manche Bilder
(Familienbilder grundsätzlich) analog zu Fotografieren was aber andererseits
durchaus die Nutzung der digitalen Produktionsmittel für schnell benötigte Fotos
nicht ausschließt und diese dann als wichtig oder (un)bedeutend (subjektiv gesehen)
einzustufen muss jeder selbst für sich festlegen.
Kein Einspruch, aber ich meinte ein anderes Klientel Bilder.
 

Randle P. McMurphy

Unterstützendes Mitglied
Die "Bedeutung" oder das ideelle Gewicht eines Bildes kann im Laufe der Zeit schwanken. Ein Beispiel: Der bedeutungslose Knips von der Grossmutter im Wohnzimmer, unscharf und schief, wird nach ihrem Tode eine liebe Erinnerung sein, auf die man nicht verzichten möchte. Ganz wichtig ist die Erkenntnis, dass das "Gewicht" vieler Bilder zu einem grossen Teil in der Zukunft bestimmt wird und nicht in der Gegenwart.
Eine sehr schöne Definition für Fotografie so wie ich sie auch erlebe. Dankeschön.
In Deinem Beispiel verknüpfst Du unmittelbar ein Bild mit Emotionen und nimmst
mit Bedacht die technischen Kriterien aus der Gleichung heraus die sich für viele
die dieses Hobby (oder Beruf) teilen in den Vordergrund gedrängt haben.
 

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