bald wieder wisente in deutschland!


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dkochina

Auszeit
Zitat: "Man könnte sie sich gut in einer Eiszeitszenerie vorstellen, zusammen mit Mammuts, Wollnashörnern und Steinzeitjägern."

Hat zwar nichts mit Naturschutz zu tun, ist aber trotzdem ein nettes Projekt und wohl unproblematischer, als die Wiedereinbürgerung von Wölfen.

Auf die Wiederbelebung von Mammut und Neandertaler müssen wir noch etwas warten, Verfahren zur Punktmutagenese sind noch zu aufwenig, aber die Fortschritte sind enorm.... in 30 Jahren können wir dann Mammut- und Wisent-jagende Neandertaler in unseren Wäldern beobachten. Hoffentlich kann ich dann noch ne Kamera zitterfrei halten. :hehe:
 

Calgary617

Unterstützendes Mitglied

dkochina

Auszeit
Nun weil ein Ausgliedern von ein paar Exemplaren, dazu noch mit einem sehr engen Genpool, doch eher den Charakter von einem "Freilandzoo" hat, macht den Spaziergang spannender, aber naturschutzmäßig völlig unbedeutend.

Wer nachhaltigen Naturschutz will, erhält nicht nur einzelne Tierarten, sondern besser den gesamten Lebensraum, möglichst unberührt..... aber da gibts viele, nicht besonders erfreuliche Entwicklungen:

http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/1977074-post23.html
 

berlinerbaer

Unterstützendes Mitglied
Nun weil ein Ausgliedern von ein paar Exemplaren, dazu noch mit einem sehr engen Genpool, doch eher den Charakter von einem "Freilandzoo" hat, macht den Spaziergang spannender, aber naturschutzmäßig völlig unbedeutend.
Das ist absolut richtig. Hier in der Lausitz gibt es eine ganze Bisonherde
http://www.oberlausitz.com/sites/leaderplus/projekte/aussichtplattform.htm
aber im Prinzip ist das ein trauriger Anblick.

Auch die Herden an Heckrindern und Przewalskipferden, die man auf den ehemaligen Braunkohlenkippen als "Landschaftspfleger" ausgesetzt hat sind nach etwa 10 Jahren auch wieder im Nichts verschwunden. Das wurde alles nichts, weil es immer nur "Disneyland" war und nichts weiter und dann hat sich die Natur das Land mit großflächigen Grundbrüchen und Absenkungen auch noch zurück geholt. Die Leute wollten dieses Kasperletheater schließlich auch gar nicht mehr. Das war nicht Zoo und nicht Wildnis, nicht Fisch, nicht Fleisch.

meint der Bär
 

skahde

Unterstützendes Mitglied
Wie schmeckt Wisent eigentlich?

Und wech... :D
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

schneemann

NF-F Premium Mitglied
Wie schmeckt Wisent eigentlich?
Sehr lecker! Das kann man von Zeit zu Zeit in der Gastronomie des Wisentgeheges in Springe probieren.

Außerdem gibt es meines Wissens nach bereits wieder Populationen die regional neudeutsch "gemanagt" werden müssen. D.h. überzählige Tiere werden erlegt. Ich wüßte auch nicht, was daran makaber sein sollte.

Dazu wird es dann auch in NRW vorraussichtlich in einigen Jahren kommen, denn der Lebensraum ist begrenzt und gelegentlich muß ja auch genetischer Austausch vorgenommen werden. Ob immer genung Nachfrage anderer Zuchtprojekte besteht wird sich zeigen.

Ich bin sehr gespannt, ob irgendwann der Wisent in Deutschland wieder völlig frei seine Fährte zieht? Ich glaube nicht daran. Unsere Forstwirtschaft ist schon absolut ungehalten über die Wildschäden, die unsere derzeitigen Waldbewohner anrichten. Und in der Landwirtschaft wird die Akzeptanz von Wisenten in Maisfeldern nicht wesentlich höher ausfallen. Aktuell dürfen sich Rot- und Damwild in Deutschland nicht frei ausbreiten. Der einzelne Elch in Brandenburg mag noch ganz nett sein, eine größere Population wird dort sicher auch nicht hingenommen werden. Abgesehen von der Gefahr im Straßenverkehr. Man vergleiche "Elchunfälle" in Schweden und beachte dabei, daß schwedische Autobahnen gezäunt sind, und das Verkehrsaufkommen in Deutschland ungleich höher sein dürfte.

Das ist im Prinzip auch die Grundlage der "Deutschen Wildartenmigrationsgesetzmäßigkeiten":
Wer Waldschädlinge frisst wird frenetisch begrüßt!
Wer Waldschädling ist soll gefälligst bleiben wo er herkommt!

Selbst weiland Hermann Göring mußte sein Wisentprojekt Darss, aus eher jagdlichem Interesse geboren, wegen zu hoher Wildschäden abbrechen. Obwohl doch er die Einwände der Geschädigten eigentlich hätte ignorieren können.

Ich vermute daher, dass der Lebensraum für Wisente auf einige wenige gegatterte Waldflächen begrenzt bleiben wird.

Grüsse
Heiko
 

Nikonfuchs

Unterstützendes Mitglied
Dieses Thema wurde schon mal hier im NNF geschrieben..


in Bad Berleburg gibst es eine Kreisverkehr auf der Insel steht Wisent.

Also ihr hab keine Chance den freilaufende Wisent zu sehen..,..
 

Nikonfuchs

Unterstützendes Mitglied
vor paar Tagen wurde endlich Zaun geöffnet und die 8 Tiere laufen jetzt frei herum.
 

huckabuck

Sehr aktives Mitglied
Ich bin sehr gespannt, ob irgendwann der Wisent in Deutschland wieder völlig frei seine Fährte zieht? Ich glaube nicht daran. Unsere Forstwirtschaft ist schon absolut ungehalten über die Wildschäden, die unsere derzeitigen Waldbewohner anrichten.
Allerdings, die sind auch immens.
Aktuell dürfen sich Rot- und Damwild in Deutschland nicht frei ausbreiten.
Wie kommst Du darauf? Aktuell gibt es 15-30 Stück Rotwild auf 100 Hektar, natürlich wären es um die 2-4. Wieviel freier ausbreiten soll es noch sein?
Die Wanderbewegungen des Wildes sind allerdings beschränkt, was einen Haufen andere Probleme nach sich zieht.
 

schneemann

NF-F Premium Mitglied
Allerdings, die sind auch immens.
Bezogen worauf? Ich bin selber Jäger, Waldbesitzer und im Vorstand einer Forstgenossenschaft tätig. Die einseitige Schuldzuweisung aller Waldschäden auf das Wildvorkommen hat noch niemandem geholfen.

...Aktuell gibt es 15-30 Stück Rotwild auf 100 Hektar, natürlich wären es um die 2-4. Wieviel freier ausbreiten soll es noch sein?
Die Wanderbewegungen des Wildes sind allerdings beschränkt, was einen Haufen andere Probleme nach sich zieht.
Wo? Laut meinen Kenntnissen haben wir in den meisten "Rotwildgebieten" in Deutschland weniger als 25 Stück pro 1000 Hektar. Im übrigen darf das Rotwild in den meisten Bundesländern nur dort leben, wo es dem Forstmann/Waldbesitzer gefällt. Außerhalb der definierten Rotwildgebiete darf es maximal noch wandern, sich aber nicht mehr ansiedeln.

Darauf basierend unterscheidet man in Deutschland doch wieder in Schädlinge (Schalenwild=Waldfresser) und die rückkehrenden Nützlinge (Wolf, Luchs, Bär = Waldfresserfresser). Letztere dürfen sich Ihren Lebensraum frei aussuchen, Erstere nicht.


Die wohl neueste Meisterleistung unseres Hochorganisierten und gesponserten Lieblingsnaturschutzverbandes liest man hier: Die einen nannten sie "Wildtiere", die anderen nannten Sie "eingezäuntes Weidevieh ohne Rückzugsmöglichkeiten":
http://www.jagderleben.de/nabu-weidetiere-ertrunken


Grüsse
Heiko
 

berlinerbaer

Unterstützendes Mitglied
Für den Wolf den Begriff "rückkehrender Nützling", den habe ich wirklich noch nie gehört. :hehe:
Man muß aber sagen, dass sich bei den "Kämpfen" die sich hier Naturschützer und Jäger in der Lausitz wegen der Wölfe liefern, von keiner Seite mehr viel Sachliches rüberkommt. Als Außenstehender kann man da gar nichts mehr beurteilen. Die einen stellen die Wölfe als Rotkäppchenfresser hin, die anderen beschreiben sie als furchtsame Schmusetiere. Die eine Wolfsschützerdame läßt sich vom MDR filmen, wie sie im Wolfsrudel sitzt und mit den Jungen spielt (seit Andreas Kieling kann man sich ja nicht mal mehr sicher sein, dass das wirklich wilde Wölfe sind, die einem da gezeigt werden) und die Jäger servieren am laufenden Band bluttrünstige Fotos von gerissenen Schafen und angreifenden Wölfen, von letzteren erfährt man dann ein Jahr später, dass sie im Wildpark Moritzburg im Gehege entstanden sind. Das Wolfsthema ist eines der unfairst behandelten Themen überhaupt.

Das mit den Wisenten finde ich toll.
Wir haben hier in Daubitz eine nordamerikanische Bisonherde in einem größeren Gehege, die von einem "Wild-Western-Park" ( Whiskysaloon, Westernkirche, Tequila-Bar, Schmiede usw. im Westernstil) benutzt werden, aber das ist eigentlich ein ganz trauriger Anblick. Ich habe noch nie so kraftlose und bewußtseinsgestörte Tiere gesehen. Ich wollte dort vor einem Jahr mal fotografieren, aber ich habe nicht mal mehr die Kamera ausgepackt. Die Tiere dort sind nur noch ein Schatten von dem, was Bisons mal waren.

Wisente in der freien Natur würde ich wieder begrüßen, auch wenn man die sicher kaum zu Gesicht bekommt, gefährlich für den Menschen sind die nicht. Da ist aber dann auch die Frage, wo die her kommen. Hieß es nicht mal, dass die polnischen Wisente (die Männchen) nicht mehr fortpflanzungsfähig wären, weil sich durch den kleinen genetischen Pool, ihr wichtigstes Organ immer mehr zurück bildete und der Zeugungsakt defakto unmöglich wurde ? Damals stand auch in den Zeitungen, dass es keine weiteren wilden Wisente mehr zum Einkreuzen in den Stamm von Bialowieza mehr gäbe.

Woher nehmen die denn jetzt die Wisente jetzt aktuell ? Gab es da in Europa noch andere Herden ?

fragt der Bär
 

Naturlieb

Unterstützendes Mitglied
in Bad Berleburg kann man Wisente sehen, wenn man weiss wo die laufen.

eine Wisent ist mit GPS Sender ausgestattet. im Mai wurde zum erste Mal eine Kalb geboren im Natur.

100 bis 150 Meter entfernt kann man Wisente sehen in Sauerland
 

huckabuck

Sehr aktives Mitglied
Bezogen worauf? Ich bin selber Jäger, Waldbesitzer und im Vorstand einer Forstgenossenschaft tätig. Die einseitige Schuldzuweisung aller Waldschäden auf das Wildvorkommen hat noch niemandem geholfen.
Es hat auch niemand behauptet, dass alle Schäden auf das Wild zurück zu führen sind. Die Verbissintensität ist allerdings extrem hoch, ich hab hier Flächen mit bis zu 80 Prozent Verbiss für meine Bachelorarbeit (während die eingezäunte Fläche eine Terminaltriebabrissquote von einem Prozent hatte). Für Forstbetriebsmanagement hatte ich eine Fläche, da wurde sogar die Buch verbissen und das flächig, trotz vorhandender Verjüngung mit anderen Baumarten wie Eberesche und Birke.
Und in jedem Wald sieht man deutlich anhand eingezäunter Flächen, wie hoch der Verbiss ist.
Wo? Laut meinen Kenntnissen haben wir in den meisten "Rotwildgebieten" in Deutschland weniger als 25 Stück pro 1000 Hektar.
Kommt immer auf das Gebiet an. Deine Zahlen kann ich nicht nachprüfen, aber ich hab noch keinen Förster getroffen, der von zu wenig Wild gesprochen hat. Ich kenn allerdings nur die Zahlen hier, in Brandenburg haben wir übrigens keine Grenzen für die Rotwildverbreitung.

Im übrigen darf das Rotwild in den meisten Bundesländern nur dort leben, wo es dem Forstmann/Waldbesitzer gefällt. Außerhalb der definierten Rotwildgebiete darf es maximal noch wandern, sich aber nicht mehr ansiedeln.
Hab ich ja geschrieben, die Wanderbewegungen in Deutschland sind unterbrochen, deswegen wird ja z.B. lokal auch zugefüttert, um das Fehlen verschiedener Äsungsgebiet zu kompensieren und das Wild auf bestimmte Gebiete zu konzentrieren (zum Beispiel in Gattern). Hab ich als letztes in Bayrisch Zell gesehen.

Darauf basierend unterscheidet man in Deutschland doch wieder in Schädlinge (Schalenwild=Waldfresser) und die rückkehrenden Nützlinge (Wolf, Luchs, Bär = Waldfresserfresser). Letztere dürfen sich Ihren Lebensraum frei aussuchen, Erstere nicht.
Na klar, wieso auch nicht?
Weder den Wolf muss man bekämpfen, noch den Luchs oder die Schlupfwespe, will den Grundsatz "Wald vor Wild" verwirklichen. Hingegen das Schalenwild oder den Borkenkäfer schon.

[MENTION=75923]berlinerbaer[/MENTION]:
In der Lausitz wird massive Propaganda betrieben, da stimme ich Dir zu.
Die Jagdverbände allerdings sind schlimmer als die Naturschützer, die die Nützlichkeit des Wolfes etwas zu hoch ansiedeln. Und er ist garantiert kein Schmusetier, aber Angst haben muss man nicht vor ihm. Die argumentieren deswegen nicht populistisch mit angegriffenen Kindern usw. wie die Jäger und daran sieht man, wen man dort ernst nehmen muss. Zweiteren gehts, hab ich selten anders erlebt, nur um ihre Trophäen und die hohe Pacht, für die sie erwarten, gefälligst jedes Mal ein Wild vor die Flinte zu kriegen, wenn sie raus fahren. Mit dem Wolf wird das schwieriger. Der einzige Jagdverband den ich ernst nehme ist der ÖJV.
In Bialowiesza ist eine genetische Armut zu verzeichnen, das liegt an den wenigen Individuen und an den fehlenden Austauschmöglichkeiten, unter anderem wegen der Grenze zu Weißrussland, die komplett gezäunt ist. Ich war vor zwei Jahren dort, ein fantastisches Naturgebiet, kann ich jedem empfehlen. Hab sogar eine Bullenherde am hellichten Tag gesehen.
 

schneemann

NF-F Premium Mitglied
Es hat auch niemand behauptet, dass alle Schäden auf das Wild zurück zu führen sind. Die Verbissintensität ist allerdings extrem hoch, ich hab hier Flächen mit bis zu 80 Prozent Verbiss für meine Bachelorarbeit (während die eingezäunte Fläche eine Terminaltriebabrissquote von einem Prozent hatte). Für Forstbetriebsmanagement hatte ich eine Fläche, da wurde sogar die Buch verbissen und das flächig, trotz vorhandender Verjüngung mit anderen Baumarten wie Eberesche und Birke.
Und in jedem Wald sieht man deutlich anhand eingezäunter Flächen, wie hoch der Verbiss ist.
Nur helfen tut die errechnete Verbissquote so recht niemandem. Mittelfristig brauche ich zum Beispiel eine gut veranlagte Buche auf 10m2 die dann langfristig den Holzzuwachs für mich erledigt. Ob auf diesen 10m2 in einem Jahr 99 von den 100 Aufschlägen verbissen wurden ist eigentlich total egal. 99% Verbiß wäre also in dem Falle tolerierbar. Habe ich aber auf 100m2 nur zehn Pflänzchen kann ich gar keinen Verbiss tolerieren.


Kommt immer auf das Gebiet an. Deine Zahlen kann ich nicht nachprüfen, aber ich hab noch keinen Förster getroffen, der von zu wenig Wild gesprochen hat. Ich kenn allerdings nur die Zahlen hier, in Brandenburg haben wir übrigens keine Grenzen für die Rotwildverbreitung.
Die Zahlen stammen von der Deutschen Wildtierstiftung: http://www.rothirsch.org/_downloads_neu/_dload_Puplikationen/AFZ-2010-05_32-34.pdf. Für Förster gibt es von Berufs wegen nicht "zu wenig Rot- oder Rehwild". Ich habe in unserer Forstgenossenschaft einen Buchenbestand, wo jahrelang keine Verjüngung durchkam. Jedes Treffen mit dem Förster wurde zum Anlass, die völlig überhöhten Rehwildbestände dafür verantwortlich zu machen. Vor drei Jahren haben wir deutlich Licht in die Fläche gebracht und mittlerweile ist dort dichte Verjüngung im Überfluss. Am Wildbesatz hat sich signifikant nichts geändert, die Rehe kommen nur gegen die Masse nicht mehr an!


Na klar, wieso auch nicht?
Weder den Wolf muss man bekämpfen, noch den Luchs oder die Schlupfwespe, will den Grundsatz "Wald vor Wild" verwirklichen. Hingegen das Schalenwild oder den Borkenkäfer schon..
Ich bin wie gesagt Waldbesitzer und Jäger. Aber ich bekämpfe überhaupt keine Tierart. Das tun in meinem Bekanntenkreis nur Förster mit Rot- und Rehwild und die Feldjäger mit dem Schwarzwild. Ich bejage zahlreiche Tierarten, teils zum eigenen Nutzen, teils auch um deren Schäden zu mindern. Bestandsregulierung oder neudeutsch Wildtiermanagement nennt man das.


Der einzige Jagdverband den ich ernst nehme ist der ÖJV.
Ich nicht! Die konzentrieren sich nur auf Schädlingsbekämpfung. Und, weil mehrheitlich Förster als private Jäger, sind die hirschartigen das einzig jagdbare Wild. Daher dachte ich auch immer es hieße "Ökonomischer Jagdverband". Schon die Bejagung des Schwarzwildes, Freund des Forstmannes und Feind des Landwirtes ist zweitrangig. Von der Gesamtheit unserer jagdbaren Arten ganz zu schweigen. Niederwildhege zum Beispiel liegt komplett außerhalb des Gesichtskreises des ÖJV. So langsam erkennen, außer dem ÖJV, immer mehr Naturschutzverbände, daß die Erhaltung oder gar Vermehrung des Niederwildes ohne Prädatorenbejagung nicht funktioniert. Den Ökojägern sind das Rebhuhn und der Hase (auch ein Waldschädling) aber ziemlich egal. Keine Prädatorenbejagung, vor allem nicht mit der Falle.

Grüsse
Heiko

Rechtschreibfehler editiert und ergänzt.
 

huckabuck

Sehr aktives Mitglied
Mittelfristig brauche ich zum Beispiel eine gut veranlagte Buche auf 10m2 die dann langfristig den Holzzuwachs für mich erledigt. Ob auf diesen 10m2 in einem Jahr 99 von den 100 Aufschlägen verbissen wurden ist eigentlich total egal. 99% Verbiß wäre also in dem Falle tolerierbar. Habe ich aber auf 100m2 nur zehn Pflänzchen kann ich gar keinen Verbiss tolerieren.
Naja, man sollte schon mehr als eine Pflanze in der gesicherten Verjüngung stehen haben, zumindest wenn man mehr als Brennholz produzieren will, was ich bei einer FBG ja voraussetzen kann. Gerade bis zur Läuterung ist ein Dichtstand eh wünschenswert und auch danach gilt der Grundsatz, mäßig und oft, wenn es sich lohnt.
Auf der von mir angesprochenen Fläche, Z-Standort mit regelmäßigem Ausflug von Feinboden, kommen auf 10m²maximal 10 Buchen hoch, so schlecht ist der. Da zählt jedes Individuum, aber alle noch stehenden sind mit ihren 30cm Höhe schon dermaßen verbuscht, dass es einem nahe geht.



Ich habe in unserer Forstgenossenschaft einen Buchenbestand, wo jahrelang keine Verjüngung durchkam. Jedes Treffen mit dem Förster wurde zum Anlass, die völlig überhöhten Rehwildbestände dafür verantwortlich zu machen. Vor drei Jahren haben wir deutlich Licht in die Fläche gebracht und mittlerweile ist dort dichte Verjüngung im Überfluss. Am Wildbesatz hat sich signifikant nichts geändert, die Rehe kommen nur gegen die Masse nicht mehr an!
Man kann aber nicht überall einfach Licht einbringen, klar fördert das die Verjüngung, aber ich ernte ja keine qualitativ guten Bäume vor dem erreichen des Produktionsziels.


Ich bin wie gesagt Waldbesitzer und Jäger. Aber ich bekämpfe überhaupt keine Tierart. Das tun in meinem Bekanntenkreis nur Förster mit Rot- und Rehwild und die Feldjäger mit dem Schwarzwild. Ich bejage zahlreiche Tierarten, teils zum eigenen Nutzen, teils auch um deren Schäden zu mindern. Bestandsregulierung oder neudeutsch Wildtiermanagement nennt man das.
Ich glaub Dir das schon, dass Du Dein Handwerk verstehst. Aber weisst ja wie es ist, viele tun das nicht.
 
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