Archivierung von Diamaterial


Tanneur

Unterstützendes Mitglied
Hallo zusammen,

eine Frage an diejenigen, die immer noch Diafilme benutzen bzw. ihre alten Diabestände noch eine zeitlang nutzen wollen. Ich beschäftige mich noch nicht so lange mit Diafilmen finde es aber - seitdem ich einen Projektor habe - sehr faszinierend. Nun mache ich mir Gedanken, wie ich meine langsam wachsenden Bestände organisieren und aufbewahren kann.

1. Eine Frage zu den Rahmen. Ich habe mehrfach gelesen, dass man für eine Langzeitaufbewahrung keine geglasten Rahmen verwenden soll. Da ich im Moment einige Doppelglasrahmen von Wess und Gepe im Einsatz habe stelle ich mir die Frage des Umrahmens. Wie hoch ist das Risiko der Schimmelbildung (die Dias lagern in einem Schrank, normale Zimmertemperaturen zw. 18 und 25°C, keine erhöhte Luftfeuchte). Treten Problem auch bei Single-Glas-Rahmen auf.

2. Lagerung in Diakästen ist ja eigentlich ganz komfortabel aber scheint mir auf dauer sehr Raumintensiv. Sind Diajournale günstiger vom Platzbedarf? Kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Als Alternative habe ich noch Diahüllen aus PP gefunden. Scheinen vom Platz her günstig zu sein aber treten hier nicht die selben Probleme wie bei den Glasrahmen auf? Kann es Probleme mit den Kunststoffhüllen bzgl. einer Interaktion mit dem Dia geben.

Habe ich noch andere Möglichkeiten der Lagerung? Für Hinweise und Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße, Tobias
 

mbreu

Unterstützendes Mitglied
Über wirkliche Langzeit Erfahrungen kann ich nicht berichten.
Ich habe Dias die ich seit ca. 20 Jahren lagere teilweise Glas teilw. ohne. Meine Dias lagern in Dia Kästen in einem trockenen Raum.

Ich habe noch einen größeren Konvolut mit Mittelformat Dias meines Großvaters ,auch in Glas gerahmt, hier kann ich auch keine Schimmel Spuren feststellen.
Allerdings ist der Hang zur exzessiven Fotografie eine genetische Belastung in meiner Familie. Jeder weis daher wie man mit Dias umzugehen hat, was dem Erhaltungszustand der Dias zu Gute kommt. Eine Lagerung in Muttis Waschküche würde der Schimmelbildung sicher Vorschub leisten.

Grundsätzlich bin ich für die Lagerung in den Dia Kästen (Magazinen) da man sie so schnell mal ansehen kann ohne sie erst aus einer Hülle fummeln und in das Magazin setzen zu müssen.

Bei Klarsichthüllen sollte man darauf achten, dass diese Dokumentenecht sind. Nichts ist schlimmer als Dias die mit der Hülle verklebt sind und dadurch zerstört werden.
Ich nutze solche Hüllen für meine Negative, was eigentlich sehr praktisch ist. Im Leitz Ordner lassen sich einen Menge Negative archivieren und ich hefte zwischen jede Negativhülle eine Seite mit Angaben zu den Bildern (Zeit, Ort, Personen usw.) gleichzeitig notiere ich dort mit welcher Kamera und welchem Film ich die Aufnahmen gemacht habe, gerade letzteres ist interessant wenn man mal wieder den passenden Film für eine Situation auswählen will.

Edith meint noch: Bei der Rahmung solltest Du darauf achten was Du später mit den Dias vor hast. Wenn Du sie scannen willst dann solltest Du glaslos Rahmen. Das Glas der Rahmen kann im Scanner zu ungewollten Reflektionen führen was zur Folge hat, dass Du jedes Dia aus oder umrahmen musst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar

peterkdos

Sehr aktives Mitglied
Hi Tobias,

vorab, ich bewahre meine Dias im Keller. Dort ist es trocken, ohne größere Temperaturschwankungen.

Habe ebenfalls Wess und GePe in Einsatz gehabt, und das mindestens seit 20 – 25 Jahre. Weiterhin die Kodachrome in dem Original – Papprahmen, sowie Hamafix, ohne Glas.

Die Wess und GePe gerahmten Dias haben zwar mittlere weile einen Schleier auf der Glasfläche aber ohne das die Dias irgendein Befall wie Schimmel etc. zeigen würden.

Den Journal habe ich Anfangs für die Mittelformatdias eingesetzt, dann aber bin ich durch die Digitalisierung auf Pergamentpapier - Hüllen umgestiegen, da ich die Dias nicht mehr einrahme sondern in Streifen lasse. Dasselbe für KB.

Polypropilen scheint mir längerfristig, mangels Durchlässigkeit, nicht die erste Wahl zu sein.

Da Du aber die Dias noch projizierst, so würde ich Dir zu der Aufbewahrung in den Wechselmagazinen raten. Die haben gegen über den Journalen den Vorteil, dass man die zusammengesetzte Diashow immer schnell parat hat. Es gibt, z. B. von Hama, noch die großen Koffer, die 10 Wechselmagazine aufnehmen können.

Gruß

Peter
 
Kommentar

mbreu

Unterstützendes Mitglied
Auch wenn es jetzt eigentlich nicht hier hingehört, aber wenn Peter schon von Kodachrome schreibt.
Ich habe im Mai einen Scanner Workshop der Nikon School besucht. Einer der Teilnehmer hatte ein Kodachrome Dia dabei. Das Dia selbst hätte ich für Tod erklärt. Die Farben waren nur noch eine matschige, ausgebleichte Soße. Von Kontrasten war fast nichts mehr zu erkennen. Der Coolscan 5000 hat dem Bild wieder Leben eingehaucht. Auf einmal waren da wieder Farben die man schon vergessen geglaubt hatte und das Bild hatte wieder Kontraste die man dem Ursprungsbild nicht mehr zugtraut hätte.
 
Kommentar

BernhardJ

Sehr aktives Mitglied
Projektionsfertig lagern ist es am platzeffektivsten in LKM oder CS Magazinen (beide Typen auch einigermaßen verschüttsicher). Journale haben gegenüber Diakästen keine Volumenvorteile. Wer viel oder vorwiegend Dias mit Lupe am Leuchtpult anschaut oder sortiert, ist dagegen mit Magazinlagerung schlecht beraten.

Grüße - Bernhard
 
Kommentar

rapfa

Unterstützendes Mitglied
projektionsfertig lagern meine Dias in Magazinen.
Die besonders wertvollen, lagern in :



ist ein wirklich gutes System...
leider auch ziemlich kostspielig :-(

Von denen im Kunzesystem, sind dann gute Kopien im Maganzin.

Grüße
Rainer
 
Kommentar

Tanneur

Unterstützendes Mitglied
Edith meint noch: Bei der Rahmung solltest Du darauf achten was Du später mit den Dias vor hast. Wenn Du sie scannen willst dann solltest Du glaslos Rahmen. Das Glas der Rahmen kann im Scanner zu ungewollten Reflektionen führen was zur Folge hat, dass Du jedes Dia aus oder umrahmen musst.
Wenn ich etwas scanne dann mache ich das mitlerweile vor dem rahmen, da ich dann immer den 6er-Streifen nehmen kann. Allerdings habe ich jetzt ab und zu Abzüge bestellt, da sind sicher die geglasten Rahmen nicht der Qualität zuträglich.

Die Rahmenfrage habe ich auch noch nicht abschließend für mich geklärt. Habe einen ganzen Fundus zusammengesammelt und teste noch. Die CS-Großlaborrahmen fand ich sehr schlecht. Diaspeed habe ich mit mäßigen Erfolg probiert - relativ viel Dias ploppen dabei. Die Doppelglasrahmen von Wess und Gepe waren sehr gut für die Projektion. Nun habe ich noch Gepe Single Glas, Hama Proslide und Reflecta CS zum testen. Mal schauen, was dabei heraus kommt.


Nur gut zu wissen, dass man durchaus geglaste Dias über einen längeren Zeitraum ohne Schäden lagern kann.

@peterkdos
Kannst du die hamafix Rahmen empfehlen? Habe sie bisher noch nicht auf meiner "mal testen"-Liste.


Wenn ich die antworten so lese werde ich meine zusammengestellten Projektionen wohl weiterhin in den Magazinen lagern. Was sind eigentlich die LKM-Magazine. Hab noch keins gesehen - braucht man dort ebenfalls spezielle Rahmen wie bei CS?

Ungerahmte Dias stecke ich in Pergaminhüllen nur für die gerahmten Dias, welche nicht direkt für die Projektion vorgesehen sind muss ich mir also noch etwas einfallen lassen. Die PP-Hüllen haben mir eigentlich von Anfang an nicht so besonders gefallen. Wenn ich dann noch etwas von "Nichts ist schlimmer als Dias die mit der Hülle verklebt sind" lese bin ich dann doch eher skeptisch.
Bleibt also die Frage nach Kunze Journal oder einem einfachen Diakasten. Ich habe von meinem Vater noch einen Holzkasten zum einstecken. Gibt es so etwas noch?

Vielen Dank also erst einmal für die bereits geleisteten antworten.
Grüße
Tobias
 
Kommentar

madhatter

Aktives NF Mitglied
Spricht denn aus Eurer Sicht etwas dafür die Dias selbst zu rahmen? Ich fand das eigentlich immer ziemlich nervig und habe dann immer ewig gebraucht bis ich meine Dias überhaupt mal gerahmt hatte.
Nach meiner Dia-Pause würde ich die jetzt einfach bei der Entwicklung mitrahmen lassen.

PS: Wenn der TE der Meinung ist, dass das über seine eigentlich Frage hinausgeht, werde ich einen Moderator bitten da einen neuen Thread daraus zu machen.
 
Kommentar

peterkdos

Sehr aktives Mitglied
Die Hamafix - Rahmen kann ich uneingeschränkt zur Archivierung empfehlen.

Bei der Projizierung kommt es unweigerlich zum „Ploppen“. Aber das ist nicht nur bei Hamafix so, fast alle „Glaslosen“ haben diese Ausdehnung zur Folge.

Sonst ist das ein sehr gutes System, sauber Verarbeitet, mit dem man sicher und schnell Dias einrahmen kann. ( Ich benutze die 2,3mm Version )

Würde generell die Dias selbst rahmen, habe bis auf ein paar Ausnahmen bessere Ergebnisse beim Selbstrahmen. D. h. die „Fertiggerahmten“ haben mich nicht überzeugen können, da war sogar Hamafix qualitativ „meilenweit“ entfernt.

Gruß

Peter
 
Kommentar

Tanneur

Unterstützendes Mitglied
PS: Wenn der TE der Meinung ist, dass das über seine eigentlich Frage hinausgeht, werde ich einen Moderator bitten da einen neuen Thread daraus zu machen.
Ich habe natürlich nichts gegen eine Nebendiskussion zum Thema Diarahmen.

Spricht denn aus Eurer Sicht etwas dafür die Dias selbst zu rahmen?
Ich habe mich nach ca. 4 gerahmten Filmen aus dem Großlabor fürs selberrahmen entschieden. Gründe sind zum einen, dass die dünnen Plasterahmen zur Projektion ungeiegnet sind. Jedenfalls gab es immer scharfe und unscharfe Bereiche und natürlich ploppte fast jedes Dia. Außerdem Rahme ich nicht jedes Dia und kann die überzähligen in Pergaminhüllen aufbewahren.
Wenn du nur scannen möchtest ist es sicher o.k. - allerdings kann man da eben auch den Filmstreifen scannen.

Die Hamafix - Rahmen kann ich uneingeschränkt zur Archivierung empfehlen.

Bei der Projizierung kommt es unweigerlich zum „Ploppen“. Aber das ist nicht nur bei Hamafix so, fast alle „Glaslosen“ haben diese Ausdehnung zur Folge.
Ich bin immer noch auf der Suche, dass ploppen weitestgehend zu vermeiden.
 
Kommentar

madhatter

Aktives NF Mitglied
Ich habe mich nach ca. 4 gerahmten Filmen aus dem Großlabor fürs selberrahmen entschieden. Gründe sind zum einen, dass die dünnen Plasterahmen zur Projektion ungeiegnet sind. Jedenfalls gab es immer scharfe und unscharfe Bereiche und natürlich ploppte fast jedes Dia. Außerdem Rahme ich nicht jedes Dia und kann die überzähligen in Pergaminhüllen aufbewahren.
Wenn du nur scannen möchtest ist es sicher o.k. - allerdings kann man da eben auch den Filmstreifen scannen.
Nein, eigentlich möchte ich beides: scannen und projizieren.
Photostudio 13 bietet auch alternativ (ohne Aufpreis) CS-Rahmen an, wobei ich hier nicht wirklich weiss, wo da die Vorteile wären. Abgesehen davon, dass die Rahmen selbst hässlicher sind. ;)
 
Kommentar

BernhardJ

Sehr aktives Mitglied
... Was sind eigentlich die LKM-Magazine. Hab noch keins gesehen - braucht man dort ebenfalls spezielle Rahmen wie bei CS?...


Nein keine speziellen Rahmen, nur welche mit einer Stärke bis max. 1,9...2 mm. Von Gepe gibt es LKM-Rahmen sogar mit Doppelglas und Metallmaske. Glaslose Entwicklungsrahmen von Photo Studio 13 sind auch LKM tauglich. Diese verwende ich auch zum Archivieren.

Die LKM Magazine selber werden heutzutage nur noch mit Leica-Aufkleber verkauft. Früher gab es sie auch noch als Kindermann und Zett.

Gegelaste Gepe Diarahmen mit Metallmaske sind durch die Konstruktion sehr gut belüftet. Ich benutze sie in der Antinewton-Version seit etwa 20 Jahren für die Projektion und noch keine Schaden am Filmmaterial festgestellt.

Grundsätzlich sollte man einen deutlichen Unterschied zwischen Archivierung und Projektion machen (!). Für eine gute, flächenscharfe, genußvolle bzw. professionelle Projektion (ohne Ploppen und AF-Fahrten) sind Glasrahmen obligatorisch. Archivieren kann man dagegen in glaslos gerahmten Dias durchaus auch in Magazinen - dann weiß man aber, dass es nur zum Zweck des schnellen Durchguckens mit allen Nachteilen mittels Projektor etwas taugt. Eine Diaschau damit zu gestalten wäre einfach eine Zumutung.

Die Umrahmung der Dias in Glasrahmen für eine Schau-Projektion mache ich selbst. Fremdrahmung unter Glas war immer alesamt nicht sauber genug (ungeputzter Grauschleier an Gläsern oder Staubpartikel und Fussel darunter).

Grüße - Bernhard
 
Kommentar

Balou

Unterstützendes Mitglied
Hallo Tobias,

Hallo zusammen,

....

1. Eine Frage zu den Rahmen. Ich habe mehrfach gelesen, dass man für eine Langzeitaufbewahrung keine geglasten Rahmen verwenden soll. Da ich im Moment einige Doppelglasrahmen von Wess und Gepe im Einsatz habe stelle ich mir die Frage des Umrahmens. Wie hoch ist das Risiko der Schimmelbildung (die Dias lagern in einem Schrank, normale Zimmertemperaturen zw. 18 und 25°C, keine erhöhte Luftfeuchte). Treten Problem auch bei Single-Glas-Rahmen auf.
Für die Archivierung sind ungeglaste Rahmen in der Tat optimal. Ich verwende die Hama Pro Slide AV, denn mit denen habe ich auch bei der Projektion eine sehr gute Planlage und praktisch kein Ploppen. Der Vorteil von Glasrahmen ist im Vergleich minimal, die Nachteile (Archivierung, Staub) sind aber beträchtlich größer.

2. Lagerung in Diakästen ist ja eigentlich ganz komfortabel aber scheint mir auf dauer sehr Raumintensiv. Sind Diajournale günstiger vom Platzbedarf? Kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Als Alternative habe ich noch Diahüllen aus PP gefunden. Scheinen vom Platz her günstig zu sein aber treten hier nicht die selben Probleme wie bei den Glasrahmen auf? Kann es Probleme mit den Kunststoffhüllen bzgl. einer Interaktion mit dem Dia geben.
Diahüllen aus archivfestem PP sind eine sehr gute Möglichkeit der Archivierung, wenn sie in Kombination mit archivfesten Ordnern verwendet werden. Ich archiviere auf diese Weise.
Eine Interaktion wie von Dir beschrieben erfolgt nicht, da ausreichend Abstand und Luft zwischen Hülle und Dia ist, außerdem ist das PP unproblematisch.

Für die Archivierung findest Du alles Notwendige z.B. bei Monochrom.

Viele Grüße,
Balou
 
Kommentar
D

D200User

Guest
Also für die archivfeste Lagerung sind wirklich die glaslosen Rahme die besten.

Ein guter Kompromiss waren die Gepe Rahmen, die halbseitig geglast waren. So entstand kein Ploppen und trotzdem konnte das Dia atmen.

Für die schnelle Sichtung großer Diabestände habe ich vorrangig die Kunze Journale eingesetzt. Es gab Kunze Journal 24 und 24s - die s-Version war für die schmalen Diarahmen bis 2 mm geeignet.

Ansonsten kamen die Dias in Diakästen projektionsfertig...

Habe erst einen größeren Posten Kästen weggeworfe, weil keine Nachfrage bestand... meine Dias habe ich fast komplett digitalisiert und diese werden nun ggf. am Monitor betrachtet oder über Beamer projiziert... Selber warte ich noch auf einen Schnapper eines Canon Xeed Beamers. Wenn mal etwas unter 1000 EUR zu bekommen ist, werde ich wahrscheinlich zuschlagen.

Helmut
 
Kommentar
Oben Unten
LiveZilla Live Chat Software