Angaben von Blende + Lichtstärke


Martinez

Unterstützendes Mitglied
Hallo allerseits,

in der wird zB bei der Ausgabe von vom Nikon 2.8/20-35mm folgendes angegeben:
Blende: 2.0, Brennweite: 20-35mm, Bez.: AF 2,8/20-35mm

Frage: was bedeutet denn hier "Blende 2,0"? Sollte das nicht "Blende 2,8" heissen?

Wenn ich auf das Objektiv schaue ist die kleinste Blende 2,8 ... habe es auch bisher immer so verstanden, dass die Angabe der Lichtstärke der kleinsten Blende vom Objektiv entspricht.

Freue mich auf Rückmeldungen.

Grüsse,
Martin



psst: huii, mein erster Forums-Beitrag :eek:)
 

Christian B.

NF-F Premium Mitglied
Lieber Martin,

herzlich willkommen!

Du hast natürlich vollkommen Recht: Die größe Blende (= kleinste Blendenzahl) des AF-Nikkor 2.8/20-35 ist 2.8. Und damit ist zugleich die Lichtstärke (1:2,8) bezeichnet. Bei der Angabe 2.0 im FoMag muß es sich um einen Druckfehler handeln.

Gruß
Christian
 
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Martinez

Unterstützendes Mitglied
Hallo Christian,

das ging ja fix! Danke.
Habe gerade nochmal in der Online-Version nachgeschaut, auch bei anderen Brennweiten zB. 80-200mm ist das so, der Blendenwert ist immer eine Stufe kleiner wie der eigentliche ... Schon komisch.

Noch etwas: die Blendenzahl-Reihe wird doch mit Wurzel(2) berechnet?
Wenn dem so, müsste folgendes sein:
32,00 22,63 16,00 11,31 8,00 5,66 4,00 2,83 2,00 1,41 1,00 0,71 0,50 usw
-- Nachkommastellen nur wegen der Mathe-Reihe ;o) --
Wie kommt dann zB das 1,2/55mm MF zustande (oder auch 1,8/85mm)? Diese Objektive besitze ich nicht, kann also nicht ablesen, welche Blendenstufen dort einstellbar sind.

Grüsse,
Martin
 
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Anonymous

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Noch etwas: die Blendenzahl-Reihe wird doch mit Wurzel(2) berechnet?
Nein, wird es nicht. Die Abstufungen 1 : 1,41 ( was tatsächlich Quadratwurzel aus 2 entspricht) entstehen nicht wegen der 1,41 sondern ergeben sich aus der Verdoppelung der wirksamen (Linsen)Flächen bei der "normalen" Blendenreihe. Und da bei einer Verdoppelung der Fläche sich die Linsendurchmesser wie Wurzel aus 2 verhalten ergibt sich eben diese Reihe. Das heißt aber nicht daß nicht auch jeder Zwischenwert verwendet werden kann, das entspricht halt dann einer Änderung von 1/3 Blende oder sonstwas.
Der tatsächlich aufgedruckte Zahlenwert entspricht grob den Verhältnis Linsendurchmesser/Blendendurchmesser, daher auch die "verkehrte" Zahlenreihe mit kleine Blende=große Zahl, große Blende=kleine Zahl.

Alles klar?
 
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Christian B.

NF-F Premium Mitglied
Martin und Wilfried,

ihr habt Euch offenbar mißverstanden. Alles was Wilfried gesagt hat, ist richtig. Das was Martin gefragt hat, im Grunde aber auch. Ich versuche es noch einmal einen Tick anders:

Die "normale" Blendenreihe (beginnend beim Öffnungsverhältnis 1:1) basiert in der Tat aus den von Wilfried genannten Gründen auf der Quadratwurzel. Die Blendenzahlen sind dann aus Vereinfachungsgründen ab- bzw. aufgerundet worden.

Zusätzlich zu der "normalen" Blendenreihe, die, vom Öffnungsverhältnis 1:1 beginnend, jeweils mit einer Halbierung der durchgelassenen Lichtmenge einhergeht, gibt es aber auch Zwischenwerte (+/- 1/3 Blende, 1/2 Blende oder 2/3 Blende).

Z.B.:
1:1,2 ist eine halbe Lichtstärke schwächer als 1:1.
1:3,5 ist 1/3 Lichtstärke besser als 1:4;
1:4,5 ist 1/3 Lichtstärke schlechter als 1:4 und 2/3 Lichtstarken schwächer als 3,5;
so in etwa.

Wenn Du einen Wert wie z.B. 3,5 (ein Drittel mehr als 4,0) hast, dann kannst Du ihn wieder mit Wurzel 2 multiplizieren und Du bekommst einen anderen Zwischenwert, der ein Drittel Blendenwert besser als 5,6 ist. Da paßt dann die Regel mit der Quadratwurzel wieder, also: "1,8 - 2,5 - 3,5 - 5,0" (jeweils ein Drittel unter "2,0 - 2,8 - 4,0 - 5,6) oder: "1,7 - 2,4 - 3,3 - 4,8" (jeweils eine halbe Blende unter "2,0 - 2,8 - 4,0 - 5,6).

Gruß
Christian
 
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sandow

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@ WilfriedF

Die Blendenzahl ergibt sich nicht aus dem Linsendurchmesser, sondern aus der Brennweite geteilt durch den Durchmesser der realen Öffnung (der natürlich nicht größer sein kann als der Durchmesser der Linsen).

@ Martinez

Welche Werte tatsächlich eingestellt werden können, hängt davon ab, ob die Kamera-Objektiv-Kombination dazu nötigt, die Blende an der Kamera einzustellen. In diesem Fall sind die einstellbaren Blenden durch die Kamera vorgegeben (im Rahmen der Möglichkeiten des Objektivs). Wenn die Einstellung am Objektiv möglich ist, funktioniert die Blendeneinstellung rein mechanisch, dann kann die Blende stufenlos eingestellt werden.
 
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Anonymous

Unterstützendes Mitglied
Die Blendenzahl ergibt sich nicht aus dem Linsendurchmesser, sondern aus der Brennweite geteilt durch den Durchmesser der realen Öffnung (der natürlich nicht größer sein kann als der Durchmesser der Linsen).
Ja, tschuldigung war mein Fehler! :cry:
Manchmal tippt man einen Blödsinn rein.......

Aber sonst stimmts ja.

Danke!


[edit]

P.S.:

Ganz richtig wäre ja, Brennweite bei Unendlich und/oder kleinen Abbildungsmaßstäben ( kleiner als 10fach verkleinert) da sich bei Makromaßstäben und Abbildungsgrößen die Verhältnisse BW:wirksamer Blende:Blendendurchmesser nochmals maßstabsabhängig ändern.
 
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slider

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Re: RE: Angaben von Blende + Lichtstärke

sandow";p="10404 schrieb:
@ WilfriedF

Die Blendenzahl ergibt sich nicht aus dem Linsendurchmesser, sondern aus der Brennweite geteilt durch den Durchmesser der realen Öffnung (der natürlich nicht größer sein kann als der Durchmesser der Linsen).
das würde für Zooms mit konstanter Lichtstärke bedeuten, dass sich die Größe der realen Öffnung mit der eingestellten Brennweite ändert?!

*sichwundernd*
Peter
 
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Anonymous

Unterstützendes Mitglied
das würde für Zooms mit konstanter Lichtstärke bedeuten, dass sich die Größe der realen Öffnung mit der eingestellten Brennweite ändert?!
Zooms sind da eh' schon ein Sonderfall, wie alle IF-Objektive sowieso auch. Da wird real nicht mit einer sich wirklich in der Hauptebene befindlichen Blende gearbeitet sondern mit einem reellen (Zwischen)Bild der Blende in der, der jeweiligen eingestellten Brennweite entsprechenden Hauptebene. Und dazu gibt es verschiedenste Konstruktionen wie Sand am Meer. Was im Prinzip einmal stimmt für Zooms ist, daß die Blendenöffnungen zumeist, rein mechanisch gesehen, zu groß sind für den kürzesten BW-Bereich.
Aber wenn wir das alles perfekt wüssten und erklären könnten , dann täten wir in der Optikentwicklung bei Nikon oder Leica sitzen, und uns nicht solche Fragen stellen müssen :mrgreen:
 
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Martinez

Unterstützendes Mitglied
Hallo zusammen,

danke für Eure Rückmeldungen, wieder etwas dazu gelernt hinsichtlich Blenden :eek:)

Was die reale Öffnung betrifft, ich kann mir gerade schwer vorstellen, wo sich diese am bzw. im Objektiv befinden soll. Denn wenn ich zB. eine Eintrittspupille (EP) im Frontbereich der Linsenkonstruktion hätte, müssten ja von den Linsendesignern bei den Objektivherstellern die event. Abbildungsfehler bedingt durch die Lage der EP beachtet werden. Also wird ja keine mechanische EP hinter die Frontlinse gesetzt. Doch wie weis man nun seine reale Öffnung? Kann die Frontlinse auch bei Zooms die EP sein?
Hmm, ohne Ahnung von Linsendesign gar nicht so einfach ...
Ich habe was im Hinterkopf aus dem Studium, bei einer DIN für Fernrohre wird die EP angegeben *? Ich werde die komenden Tage diesbezgl. nachschauen.

Grüsse,
Martin
 
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Martinez

Unterstützendes Mitglied
Hallo,

kurzer Nachtrag: die vermutete DIN ist die 58386, gilt für Fernrohre (also Fokus in Objektebene=unendlich, einfallendes Strahlbündel achsparallel) mit aufrechtem Bild. Eine Angabe von 8x40 bedeutet dann 4fache Vergrösserung und Durchmesser EP=40mm. Hat aber mit Objektiven für KB~ und SR~Kameras nix zu tun.

@WilfriedF: So richtig habe ich das mit dem "reellen (Zwischen)Bild der Blende" nicht verstanden. Wo kann man zu diesem Thema was anschauliches nachlesen?

@Christian bzw. sandow: Das 1,8/85mm MF hat dann also die einstellbaren Blenden von: 1,8 - 2,5 - 3,5 - 5 - 7 - 10 - 14 - 20?

Danke & Grüsse,
Martin


psst: hätte meinen ersten Beitrag eigentlich in's Objektiv-board stellen sollen, sorry.
 
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Anonymous

Unterstützendes Mitglied
So richtig habe ich das mit dem "reellen (Zwischen)Bild der Blende" nicht verstanden. Wo kann man zu diesem Thema was anschauliches nachlesen?
Nur kurz: Anstatt die Blende direkt in die Hauptebene zu setzen, kann man, je nach dem ein vergrößertes oder verkleinertes reelles Bild der Blende in einer (virtuellen) Ebene verwenden. ....nachlesen..........? ..............hmmmmm man muß sich da schon eher sehr tief in die (geometrische) Optik einarbeiten. Zu finden sind solche Dinge in Fachbuchhandlungen ( oder Unibibliotheken ) Sachgebiet technische Physik, oder nach entsprechenden Vorlesungsskripten suchen. Aber so richtig "anschaulich" ist das alles nicht, eher ein ganz klein wenig "mathematisch" ;D Die Firmen selbst lassen da naturgemäß recht wenig Detailinfos darüber raus, wenn überhaupt.


P.S.: Die Abbildung der Leuchtfeldblende in der Ebene der Aperturblende ist so ein relativ einfach zu verstehendes Beispiel, wie sie bei Beleuchtungsanordnungen für Mikroskope verwendet wird. Google einmal nach " Köhlersche Beleuchtung".
 
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Christian B.

NF-F Premium Mitglied
Hallo Martin,

Das 1,8/85 beginnt mit 1,8. Es rastet dann (ohne daß die Blendenzahl auf dem Blendenring steht) bei 2,0 (1/3 Blende "später") und hat dann ganz normal Rastungen und Gravierungen für 2,8 - 4 - 5,6 usw.; Klaus hat so ein Objektiv im Angebot im Bietebereich. Da kannst Du es sehen.

Das Objektiv ist 1/3 lichtstärker als 2,0 - aber niemand zwingt den Hersteller ja dazu, von 1,8 in ganzen Blendenschritten die Rastungen vorzunehmen. Der erste Schritt ist 1/3 und danach geht es in 1/1 Schritten. Nach den Gravierungen ist der erste Schritt 1 1/3 und danach in 1/1. Natürlich ist jeder Zwischenwert, bei diesem und allen anderen Objektiven manuell einstellbar, Du hast dann nur halt keine Rastung.

Bei den modernen AF-SLR, bei denen Du die Blende über ein Einstellrad einstellst, kannst Du stufenlos die Blende einstellen, also auch die von Dir genannten Zwischenwerte.
 
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W

Wolle

Guest
Moin Martin,

> Das 1,8/85mm MF hat dann also die einstellbaren Blenden von: 1,8 - 2,5 - 3,5 - 5 - 7 - 10 - 14 - 20?

Nein, es wird immer die Standard-Reihe --- 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8--- benutzt, nur dass eben der von dieser Reihe abweichende Anfangswert mit in die Reihe (quasi ausser der Selben:) aufgenommen wird.

Man hat sich auf diese Reihe geeinigt, weil man so unnötige Verwirrung vermeidet.
 
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