12 Metre World Championship 2008 auf der Flensburger Förde

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Wocket

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am Montag hatte ich Zeit zumindest das erste Rennen der 12er auf der Flensburger Förde beobachten und fotografieren zu können. Auch wenn das "sportliche" Niveau sicher nicht mit anderen Veranstaltungen zu vergleichen ist, so sind diese Yachten doch etwas besonderes und schon aufgrund ihrer Größe und Masse anspruchsvoll zu segeln und ein großartiger Anblick. Ein wenig mehr über diese Klasse:
http://en.wikipedia.org/wiki/12-metre_class
http://www.12mrclass.com/cms/

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weiter Bilder im Anschluss, damit das hier oben nicht so groß wird :ship:
 
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Wocket

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AW: 12 Metre World Championship 2208 auf der Flensburger Förde

Da die Yachten nach einer Formel gebaut sind, gibt es viele Freiheitsgrade und die Optik kann sehr unterschiedlich ausfallen...

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Anita bildet mit ihrer Yawltakelung eine Ausnahme (Baujahr 1938). Im Hintergrund müsste es Evaine sein.


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Die Sphinx, frisch restauriert nach ihrem Dienst als einer von zwei 12ern bei der Marine. Ich hatte vor mehreren Jahren selber das Vergnügen das schöne Stück (als es noch der Marine gehörte) zu segeln... Das rockt!! :sabber:

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auch eine moderne Variante war mit der Magic vertreten, die allerdings außer Konkurrenz starteten. Btw, das Bild zeigt nicht den Start sondern das Anmelden zu diesem Rennen.

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nocheinmal Magick (gebaut 1983) von der (leider verschwindenden) Sonne angestrahlt.


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Nyala (Baujahr 1938)
 
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TK

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AW: 12 Metre World Championship 2208 auf der Flensburger Förde

Moin Wocket,

danke für die Bilder und die Erklärungen dazu! Klasse gemacht :up:.
 
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Wocket

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Vorschiff Anita

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Der Mann im Bug ist schon aufgrund der riesigen Vorsegel nahezu unerlässlich. Er sagt nicht nur andere Schiffe an, sondern peilt auch beim Start die Linie und zeigt die Entfernung an.

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Der Start. Allerdings war das schon die "engste" Situation. Es wird mit diesen Schiffen deutlich defensiver gesegelt -- verständlich. Links das vor Anker liegende Startschiff. Die Markierung mit dem Dreieck und eine Boje (nicht im Bild) markieren die Startlinie, die möglichst genau im rechten Winkel zur Windrichtung liegt.
Der Vorschiffsmanm auf der Sphinx scheint deutlich zum Anluven (härter an den Wind gehen) anzufeuern um die über ihr liegende Konkurrenz in Bedrängnis (genauer zum Frühstart) zu drängen. Die Gestik des anderen Vorschiffsmanns (ich glaube auf der Trivia) scheint genau davor zu warnen und darauf zu drängen unter der Linie zu bleiben (auch wenn es eng wird). Scheinbar kam es auch zu einer Regelverletzung, denn Trivia drehte gleich nach dem Start einen Kringel um sich zu befreien.

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Nach dem Start. Die Sphinx konnte die Führung nicht über die Bahn retten.

Später mehr :hallo:
 
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karlalfons

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Die Brise war wohl etwas kräftiger! Schöne Fotos. Sie gefallen mir ausgesprochen gut und haben bei mir großes Heimweh ausgelöst.

Ich habe einige Jahre in Mürwik gelebt und bin häufig auf der Förde gesegelt. Allerdings nicht so dynamisch. Kutter sind doch recht behäbig.

Gruß

Werner
 
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P

per_

Guest
AW: 12 Metre World Championship 2208 auf der Flensburger Förde

Danke für die sehr schönen Bilder.
Nur zur Info: beim Segeln ist ein Rennen eine Regatta und das erste `Rennen´ einer Regatta (-serie) ist der erste Lauf :fahne:
 
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Wocket

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AW: 12 Metre World Championship 2208 auf der Flensburger Förde

Die Brise war wohl etwas kräftiger!
naja... ging so. Im ittel etwa 3-4Bft, in der Spitze etwa 5. Also nicht sooo viel. Aber dennoch, auf diesen Schiffen gibt es dann schon richtig was zu tun :)

Danke für die sehr schönen Bilder. Nur zur Info: beim Segeln ist ein Rennen eine Regatta und das erste `Rennen´ einer Regatta (-serie) ist der erste Lauf :fahne:
Danke! Gerne doch :D
Joa, das mit den Bezeichnungen sieht man meiner Erfahrung nach nicht so eng ;) Das geht oft durcheinander. Andere Bezeichnungen für Lauf sind dann noch Wettfahrt oder race, wenn es denglisch sein darf :hehe:
 
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monoduo

Auszeit
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schöne serie!
gut gemacht.
aber: wo warst DU?
kleines begleitboot, da die perspektive so schön tief knapp über der wasseroberfläche rüberkommt? jedenfalls goldrichtig!

ich will auch mal wieder regattasegeln!
ralf
 
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Wocket

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aber: wo warst DU?
kleines begleitboot, da die perspektive so schön tief knapp über der wasseroberfläche rüberkommt?
nunja, "klein" ist relativ. Ich hab mir meinen Vater gekrallt, der ein ca. 9m langees Segelboot besitzt und der dann auch das Steuern vor Ort übernommen hat, so dass ich entspannt fotografieren konnte. Im Verhältnis zu den 12ern aber war das Boot also klein :hehe:
Besser wäre es allerdings ein Motorboot für diese Zwecke zu haben, da man doch deutlich wendiger ist und dichter ran kommt und den 12ern auch hinterher fahren kann. Vom Land aus, wäre es vollkommen sinnlos gewesen.
 
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G

Gelöschtes Mitglied 19407

Guest
AW: 12 Metre World Championship 2208 auf der Flensburger Förde

eine traumhafte regatta mit herrlichen schiffen. ich hoffe es klappt eines tages mal, dass ich auf einem von den "schönen" mitsegeln kann...mal sehen.

das wetter - war das so "grau-in-grau" oder hätte man da noch mehr rausholen können?
 
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Wocket

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Es geht weiter! Für die, die es interessiert, möchte ich nebenbei beschreiben, wohin nach dem Start gesegelt wird und wie die Wettfahrt abläuft.
Die Bahn, die gesegelt wurde, ist ein sogenannter "Up and Down Kurs". Nach dem Start wird gegen den Wind zu einer bis zu 1,5 Seemeilen entfernten Boje, Luv-Tonne genannt, gekreuzt.

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vorne Nyala, gefolgt von Trivia

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Sphinx in der Wende

Die Luv-Tonne wird so gerundet, dass sie an der Backbordseite des Schiffs bleibt. Um das Wegerecht (=Vorfahrt) zu erhalten, versuchen viele die letzten Meter auf die Tonne zu so zurückzulegen, dass der Wind von der Steuerbordseite kommt, die Segel sich also an Backbord befinden (Boote mit Wind von Steuerbord haben Wegerecht vor Booten mit Wind von Backbord). Zudem hat es den Vorteil, dass der Spinnacker bereits vor der Tonne vorbereitet werden kann.

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Thea (Baujahr 1918)

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rechts im Bild taucht die Luvtonne auf

Nach der Luvtonne folgt ein ca. 100m langes Stück mit Wind von der Seite (Halbwindkurs) auf die sogenannte Verholtonne zu. Diese dient dazu die oft kritischen und unübersichtlichen Situationen zu entschärfen, die schnell entstehen, wenn das Feld dicht ist und viele Boote auf den gleichen Fleck streben. Denen entgegen kommen nämlich noch jene, die bereits die Tonne gerundet haben und gerade den Spinacker ziehen. Die Verholtonne bleibt ebenfalls auf der Backbordseite.


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Runden der Verholtonne. Idealerweise kommt der Spinacker genau dann hoch. (Ja, das Bild ist leider im Himmel überstrahlt)

Der nächste Kurs geht dann wieder zurück in Richtung Startlinie, meistens mit Spinacker...


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Die Spinacker sind gelegentlich mit interessanten Motiven versehen :D

Fortsetzung folgt...
 
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Wocket

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Während die Segler auf dem Weg zur Luvtonne waren, wurde vor der Startlinie das sogenannte Gate ausgelegt, das aus zwei Tonnen besteht, die sich im Abstand von ca. 50m befinden.
Die Skipper müssen sich entscheiden welche der beiden Tonnen sie umrunden um auf den nächsten Kreuzgang wieder hoch zur Luvtonne zu gehen. Welche Seite gewählt wird, hängt von taktischen Erwägungen ab oder ganz einfach davon, wie gut man die Manöver beherrscht ;) Hauptsache er fährt zwischen den Tonnen durch.


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Rechts im Bild die eine Tonne des Gates.

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Das große Kurbeln bis das Vorsegel wieder richtig für die Kreuz getrimmt ist.

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Die nächste Runde beginnt. Insgesamt wurden drei Kreuzkurse und drei Spigänge in dieser Wettfahrt gesegelt. Der letzte Spigang ging ins Ziel, dass durch die verkürzte Startlinie gebildet wurde.

Ein paar Bilder kommen noch :hallo:
 
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Scotland

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Während die Segler auf dem Weg zur Luvtonne waren, wurde vor der Startlinie das sogenannte Gate ausgelegt, das aus zwei Tonnen besteht, die sich im Abstand von ca. 50m befinden.
Die Skipper müssen sich entscheiden welche der beiden Tonnen sie umrunden um auf den nächsten Kreuzgang wieder hoch zur Luvtonne zu gehen. Welche Seite gewählt wird, hängt von taktischen Erwägungen ab oder ganz einfach davon, wie gut man die Manöver beherrscht ;) Hauptsache er fährt zwischen den Tonnen durch.

Diese taktischen Überlegungen können schnell einige Meter Raumgewinn bringen. Halse oder Wende, die Entscheidung kann Rennen gewinnen oder den Mast über Bord gehen lassen.
Halse = mit dem Wind auf neuen Kurs, schneller, aber etwas mehr Risiko (nicht bei diesen Windverhältnissen)
Wende = gegen den Wind auf neuen Kurs, mehr Fahrtverlust und sicher.

Bei den Bildern möcht man sofort wieder aufs Wasser:sabber:
 
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Wocket

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na los, denn man tau!
ok, hat ein wenig gedauert, aber nun kommt der letzte Teil :winkgrin:


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Anita und Heti auf den letzten Metern zum Ziel

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Nyala war als erster auf der Linie

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Doch auch bei den anderen kommt Freude auf ;)

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Nach der Wettfahrt ist vor der Wettfahrt (übrigens zu erkennen an der gelb-schwarzen flagge auf dem Start/Zielschiff im dritten Bild dieses Beitrags). Die Tonne der Ziellinie wird schon zum Aufnehmen klar gemacht. Das Tonnenlegen ist die unangenehmste Aufgabe für die Helfer, zumal die Flensburg Förde gar nicht mal so flach ist.

Für die Segler kommt nun ein wenig Entspannung und die Gelegenheit aufzuklaren:

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ND :hallo:
 
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