Review Joby Wavo Pod

Testbericht zum Joby Wavo POD Großmembran-Kondensatormikrofon für Podcaster und Streamer
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Ein empfehlenswertes Upgrade für Aufnahme und Streaming​

Joby Wavo Pod zwischen Laptop und Kopfhörer

Bild: ©Joby/Videndum

Disclaimer: Ich bin weder Vlogger noch Podcaster und verstehe nicht viele Details der Audio-Technik, sondern bin einfach ein Nutzer.

In der aktuellen Zeit zwischen dem zweiten und dritten Corona-Winter hat sich mein beruflicher Alltag nachhaltig verändert. Ja, wir reisen wieder, aber nicht auf dem Niveau von 2019. Jede Woche enthält bestimmt 20 Stunden Video-Konferenz (Teams) und dabei ist es schon sehr wertvoll, wenn die Botschaften klar, deutlich und angenehm rüberkommen.

Natürlich habe ich schon eine Reihe von Geräten im Einsatz. Aber ich wollte wissen, ob und was mit einem Mikrofon wie dem Joby Wavo Pod noch zu herauszuholen ist.

Verschiedene Geräte von Jabra zum Streamen und für Videokonferenzen

Meine bisherigen Gerätschaften

Hinweis: der Joby Wavo Pod ist mir gratis zur Verfügung gestellt worden. Meinen Review wird dies nicht beeinflussen.

Für wen ist der Joby Wavo Pod?​

Use-Cases gibt es für alle die ein (semiprofessionelles) stationäres Studiomikrofon brauchen können, also:
  • Vlogger,
  • Streamer
  • Podcaster (gibt es das noch?),
  • Videokonferenzer
  • Es ist auch tauglich für Interviews am runden Tisch, weil es eine umschaltbare Richtcharakteristik hat (rundum vs. gerichtet)

Was ist in der Box?​

Es ist gar nicht so viel drin in der Box. Ein USB-C Kabel, ein USB-A Kabel, der Wavo-Pod - fertig auf seinen Ständer montiert - und eine winzige Broschüre.
Der Plopp-Schutz ist bereits montiert. Alles ist schön in üppigen Schaumstoff-Schonern verpackt. (Die werden noch wichtig!)
Der Wavo Pod hat einen Pegel-Regler mit Stumm-Taste und einen Umschaltknopf für die beiden oben erwähnten Richtcharakteristiken.

Worte zur Mechanik/Optik​

Das Gerät ist richtig schwere Qualität, überwiegend aus Metall und auch beachtlich groß. Es sieht ja auch ganz drollig aus, so dass es gerne auch mit im Bild sein darf.

Es gibt einige Stativgewinde, so dass man das Gerät auch an geeignete Träger montieren kann. (Das kann wichtig sein, siehe weiter unten!)

Und definitiv ist es ein stationäres Gerät, welches nicht geeignet ist, es auf einen Außeneinsatz mitzunehmen!

Joby Wavo Pod Mikrofon im Interviewsetup auf einem Tisch zwischen 2 Laptops, im Hintergrund Kamera auf Stativ

Was kann man anschließen?​

Man kann ein USB-Mikrofon-taugliches Gerät anschließen, also PC und Mac. iPad mit USB-C Buchse geht auch, die App Garage Band hat das Mikrofon sofort erkannt. Bei iOS hängt es aber von der jeweiligen App ab, und wie lange der Akku das mitmacht kann ich nicht sagen, denn der Wavo Pod bezieht die benötigte Stromversorgung über USB.

Weiterhin kann man einen Monitor-Kopfhörer via Klinkenstecker anschließen. Man hört dann direkt die Aufnahme mit. Der Pegel ist dabei mit dem Regler einstellbar. Das ist auch schon alles!

Man kann also den Wavo Pod nicht als Mikrofon an der Nikon Z einsetzen? Doch, kann man schon, man müsste die Z eben über das Monitor-Kabel verbinden und den richtigen Pegel einstellen. Allerdings müsste man zusätzlich ein USB-Gerät anschließen, damit eine Stromversorgung vorhanden ist (vielleicht geht auch ein einfaches Netzgerät oder Power-Bank). Ich habe das nicht ausprobiert, sondern würde eher Ton und Bild separat aufzeichnen und im iMovie synchronisieren.

Meine Erfahrungen bei der Nutzung für Videokonferenzen​

Meine bisherigen Lieblinge waren einerseits JABRA Headsets. Ich habe eines (weiter oben in Bild 2) mit Noise Canceling, das ist super im lauten Großraumbüro (gibt es noch laute Großraumbüros?), ansonsten aber nach einigen Stunden ganz schön heiß auf den Ohren. Dann habe ich noch ein anderes Jabra Headset mit leichteren Ohrmuscheln, aber ohne Noise Canceling. Im Einzelbüro sind die Freisprecher angenehmer, hier ist das Jabra Speak 750 mein bisheriger Favorit mit einer guten Tonqualität und ohne jegliche Echo-Effekte.

Ja, und dann habe ich das Joby Wavo Pod ausgiebig bei Videokonferenzen (Teams-Meetings) ausprobiert. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Lösungen sind nun also Mikrofon und Wiedergabe getrennt. Im Prinzip gibt es bei Videokonferenzen nur eine Alternative für die Wiedergabe: ein Kopfhörer. Jeder Versuch, andere Lautsprecher zu nutzen, ist am Echo gescheitert. Der Kopfhörer kann für Videokonferenz nicht im Wavo Pod stecken, sondern muss mit dem Computer verbunden werden, denn sonst hört man nur sich selber und nicht die anderen.

Bei anderen Anwendungen wie Streaming, Vlogging oder Podcasting wäre das anders. Da könnte man sich für das Monitoring direkt mit dem Gerät verbinden, bzw. kann man auf Monitoring ggf. auch verzichten, weil man ja nichts empfängt, sondern nur sendet.

Zur Hauptsache: die Tonqualität​

Um die Spannung zu erhalten habe ich den vielleicht wichtigsten Aspekt bis hierher aufgeschoben.

Die wichtigste Frage bei einer Mikrofonentscheidung ist ja wohl, ob sich bei der Nutzung die Tonqualität, die beim Hörer ankommt, wesentlich verbessert.

Ich kann leider keine Messungen ausführen. Stattdessen hatte ich überlegt, eine Tonquelle (Tagesschau oder so was) abzuspielen und wieder aufzuzeichnen. Damit hätte ich aber auch das Abspielgerät mit in der Bewertung, was ja auch verfälscht. Letzten Endes habe ich folgendes getan:

Ich habe eine Reihe meiner vorhandenen Mikrofone und das Wavo Pod genommen und dieselben Text mehrfach selber vorgelesen und aufgezeichnet. Die Ergebnisse habe ich mir dann einige Male angehört und kann meine Wahrnehmungen berichten.

Erstens - Die Tonqualität​

Die Tonqualität (nennt man das vielleicht auch in der Akustik Auflösung?) ist wesentlich, wesentlich, wesentlich (3x) besser als mit allen meinen Jabras oder Handykabel-Mikrofonen. Ich kann alles hören: meine Stimme, die Hand, die über den Tisch streift, jeden Tastenklick, jedes Papierrascheln, sogar Geräusche, die mein Mund macht, wenn ich ihn öffne oder die Zunge sich vom Gaumen löst. Ich sage einfach mal in der Fotosprache: ein Unterschied wie 24 Megapixel versus 6.

Zweitens - der Klang​

Der Klang. Hierzu kann ich nicht so viel sagen; da fehlt mir die Erfahrung und das Vokabular, um über warme, kühle und sonstige Klangfarben zu reden. Ich kann nur sagen, dass es für mich angenehm und eigentlich neutral klang. Joby schreibt selber von einem warmen Klang. Ich fand ihn neutral. Ich habe auch nur gesprochen und nicht gesungen, vielleicht hört man dann mehr.

Drittens - zur Einstufung des Geschrieben​

Es ist mir klar, dass es auch Mikrofone für viele hundert Euro gibt und ich würde annehmen, dass diese in Klang und Auflösung noch viel besser sind. Da wäre ich auch keiner, der das dann noch kompetent hören und bewerten kann. Ich kann nur sagen, dass im Vergleich nach unten (also zu meinen Geräten) ein selbst für meine ungeschulten Ohren sehr deutlicher Unterschied da war, den ich so ausgeprägt nicht erwartet hätte.

Viertens - die Konsequenzen​

Die detailreiche und empfindliche Aufnahme hat allerdings auch Konsequenzen: Es passiert wirklich sehr schnell, dass man störende Geräusche aufnimmt, die man gar nicht hören wollte. Insbesondere betrifft dies Geräusche, die sich von der Tischplatte durch den Ständer auf das Mikrofon übertragen. Fingertippen auf den Schreibtisch wird sehr laut. Tastaturbenutzung bei der Videokonferenz geht auch nicht. Man muss leider attestieren, dass der mitgelieferte Ständer solche Geräusche durchzuleiten scheint (nicht umsonst wird auf der Webseite auch eine hängende Montage gezeigt).

Es gibt aber Abhilfe! Schon der mitgelieferte Schaumstoff-Transportschutz hat das Problem gelindert.

Provisorische Schallentkopplung des Joby Wavo Pod mit dem mitgelieferten Schaumstoff-Transportschutz.


Das sieht allerdings optisch richtig schlecht aus. Ich werde mir eine geeignete Schaumstoffplatte besorgen, die genau unter den Fuß des Joby Wavo Pod passt.

Fazit​

Für 99€ kriegt man ein poppiges Mikrofon, das cool aussieht (Geschmackssache) und den Klang bei Aufzeichnungen und Übertragungen ganz wesentlich verbessert. Für Aufnahme und Streaming ist es daher definitiv ein empfehlenswertes Upgrade, wenn bisher nur das eingebaute PC-Mikro oder Headset-Mikros benutzt wurden.

Wer das Joby Wavo Pod für Konferenzen nutzen will, braucht zwingend einen Kopfhörer dazu (oder in-Ears), weil sonst ein Echo entsteht (was die speziellen Freisprechgeräte von Jabra und Co. elektronisch mittlerweile sehr gut eliminieren).

In allen Fällen sollte man allerdings den mitgelieferten Ständer vom Tisch entkoppeln oder das Wavo Pod hängend montieren. Oder man nutzt den Tisch nicht zum Tippen oder Schreiben, während man spricht.

Weitere Informationen​

Produktinformation und Kaufmöglichkeit bei Joby

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* Für Bestellungen über Partnerlinks erhält das Netzwerk Fotografie kleine Provisionen. Am Preis für dich als Kunden ändert sich nichts.

Bewertung​

Grafik: 4,5 von 5 möglichen Sternen


© Wuxi und Netzwerk Fotografie. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Wuxi, Fotos: Wuxi, Joby

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