Review DxO PhotoLab5

Review zur Software DxO PhotoLab5
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Für Neueinsteiger oder Umsteiger absolut empfehlenswert​


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Das Thema „Alternativen zum Lightroom-Abo-Modell“ für eine guten RAW-Konverter ist nach wie vor von hohem Interesse, erst recht seit KI-basierte Techniken im Vormarsch sind. Daher gehört auch dieses Thema regelmäßig neu hinterfragt. Eine inzwischen etablierte Alternative, der PhotoLab-RAW-Konverter von DxO, holt dabei seit einigen Jahren mächtig auf den Platzhirschen von Adobe auf. Seit einigen Wochen ist nun DxO PhotoLab5 verfügbar, das ich hier heute vorstellen möchte.

Der französische Hersteller DxO entwickelt seinen RAW-Konverter PhotoLab konsequent weiter. Mit der Version 4 konnte DxO einen Meilenstein mit der revolutionären, auf künstliche Intelligenz basierende Rauschunterdrückung „DeepPRIME“ setzen! DxO DeepPRIME“ (PRIME = Probabilistic Raw IMage Enhancement) ist eine Weiterentwicklung der seit der Einführung von DxO Optics Pro 9 bekannten PRIME-Entrauschung.

„DxO DeepPrime revolutioniert die Rauschminderung und die Konvertierung von RAW-Bildern. Die Lösung basiert auf Millionen von Bildern, die von DxO in mehr als 15 Jahren analysiert und untersucht wurden. DeepPRIME nutzt die neuesten Technologien künstlicher Intelligenz und verbessert auf nie da gewesene Weise die Minderung von digitalem Rauschen, während gleichzeitig ein effizienteres Demosaicing erzielt wird. Die Qualität der Fotos wird auf spektakuläre Weise verbessert, insbesondere bei Aufnahmen bei geringem Licht, bei denen bestimmte Bereiche aufgehellt werden müssen, mit kleinen Pixeln oder aber bei Aufnahmen mit älteren Kameras. Um das Demosaicing und die Rauschminderung bei RAW-Bildern durchzuführen, wurden mehrere Milliarden Lernproben in DxO DeepPrime eingespeist.“ (Quelle: DxO)

In diesem neuen Ansatz führte DxO im Jahr 2020 die beiden Arbeitsgänge, das Demosaicing und die Rauschminderung, zu einem Arbeitsgang zusammen und vermied damit Artefakte, die bei getrennter Verarbeitung jeweils die Qualität des jeweiligen anderen Bearbeitungsschritt beeinträchtigen würden. Seit wenigen Wochen gibt es nun die neue Version 5 des DxO-RAW-Konverters, die PhotoLab4 ersetzt.

Was ist neu in Version 5?​

In meinem Test zu DxO PhotoLab4 habe ich die Software umfangreich beschrieben. Die Grundfunktionen haben sich nicht verändert, und so beschränke ich mich heute auf die Neuerungen in PhotoLab5.

DxO hat in der neuen Version bestehende Ansätze weiter optimiert und einige Neuerungen bzw. Verbesserungen eingeführt: Das Modul Fotoverwaltung (Fotothek) wurde komplett überarbeitet und ergänzt. Nun können IPTC- und EXIF-Daten direkt, ohne Umweg, bearbeitet werden. Alle Felder der Metadaten sind nun frei bearbeitbar, Bilder können bewertet werden, und die Verwendung von Keywords (Stichwörter) wurde ebenfalls deutlich verbessert. Die Verwaltung dieser Daten wird unterstützt durch entsprechende Filterfunktionen.

Screenshot DxO PhotoLab5: Im Modul „Fotothek“ wurde die Oberfläche überarbeitet und ergänzt, rechts das Panel Metadaten.

Im Modul „Fotothek“ wurde die Oberfläche überarbeitet und ergänzt, rechts das Panel Metadaten.

Auch DxO PhotoLab5 verfügt im Gegensatz zu LR (noch) nicht über ein eigenes Datenbank-Modul, was allerdings für die meisten anderen Programme, die in diesem Segment angeboten werden, gleichfalls zutrifft. DxO bindet grundsätzlich den windowseigenen Explorer ein, was auch Vorteile hat. Dem Programm ist es völlig egal, an welcher Stelle die RAW-Dateien liegen, ob auf dem gleichen Rechner, einem NAS oder gar in einer Cloud. PhotoLab holt sich die Daten da ab, wo sie gespeichert sind. Nach der Bearbeitung werden die Originale auch wieder dort abgelegt, einschließlich der Bearbeitungsdaten (als Sidecar- oder eingebettete Datei). Über die Exportfunktion können auch die erzeugten TIFFs oder JPGs an beliebiger Stelle abgespeichert werden.

Weiter wurde DeepPRIME, das Modul, welches für die Entrauschung zuständig ist, hinsichtlich der Verarbeitungsgeschwindigkeit spürbar verbessert. Da die Funktion DeepPRIME auf das jeweilige Bild erst beim Rendern, also beim Abspeichern des pixelbasierten Bildes (TIFF oder JPG) angewendet wird, konnte dieser Vorgang je nach Größe der Datei schon mal eine Minute dauern. Jetzt geht es durchschnittlich rund 30% schneller. Allerdings wird das Rendern hauptsächlich von der CPU erledigt, so dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit auch maßgeblich davon abhängt, welche CPU im Rechner verbaut ist.

Screenshot DxO PhotoLab5: DeepPRIME Vorher-Nachher Vergleich (Montage!)

DeepPRIME Vorher-Nachher Vergleich (Montage!)

Darüber hinaus wurde die U-Point-Technologie, die ursprünglich von der Nik Collection übernommen wurde, die DxO im Jahr 2007 zugekauft hatte, sehr sinnvoll ergänzt. Dieses Werkzeug ermöglicht sehr differenziert lokale Anpassungen. Die verschiedenen Parameter wie Belichtung, Kontrast, Tiefen und Lichter konnten bisher nur radial (also kreisförmig) unterschiedlich groß angewendet werden. Hinzugekommen ist nun die Funktion „Linear“. Dabei lässt sich der wirksame Bereich zwischen zwei Linien, die beliebig auf dem Foto angeordnet werden können, zuordnen (wie z.B. Verläufe).

Für derartige Anpassungen muss man üblicherweise Masken definieren, auf die dann die Anpassungen angewendet werden sollen - was sich spätestens bei sehr komplexen Strukturen im Bild, die angepasst werden sollen, als eine größere Herausforderung erweisen kann. Trotz verschiedener Hilfestellungen in Form von Auswahlwerkzeugen ist dann immer noch viel Geschick und Geduld erforderlich, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. DxO geht mit seiner U-Point-Technologie, die z.B. auch in der Nik-Collection und im DxO FilmPack6 angeboten wird, grundsätzlich einen anderen Weg. Mit einem einfachen Klick mit der rechten Maustaste auf die gewünschte Stelle im Bild, an der die lokalen Anpassungen stattfinden sollen, wird durch das Programm ein Referenzpixel bestimmt. Von diesem Punkt aus werden zahlreiche Eigenschaften wie Farbton, Sättigung und Helligkeit sowie Informationen aus dessen unmittelbarer Umgebung aufgenommen, und es erscheint ein Auswahlmodus an der betreffenden Stelle über dem Bild. Hier kann man nun auch zwischen radialer- und linearer Wirkung wählen. Über die ebenfalls aufploppenden Regler lassen sich dann leicht lokale Anpassung vornehmen, da man permanent das Bild und die Änderungen direkt sieht.

Screenshot DxO PhotoLab5: klassische U-Point-Anwendung (radial)

Hier die klassische U-Point-Anwendung (radial)

Screenshot DxO PhotoLab5: U-Point-Anwendung mit Kontrolllinien


In Version 5 führt DxO bei U-Point sogenannte Kontrolllinien für eine lineare Anpassung ein. Diese Funktion erweist sich als perfekte Ergänzung zu der bereits vorhandenen Technik, den radial wirkenden Kontrollpunkten. Damit ist jetzt auch eine großflächigere Bearbeitung innerhalb des Linienbereichs möglich.

Ab der Version 5 werden von DxO PhotoLab nun auch Fuji X-Trans-Bilddateien unterstützt, so dass jetzt auch die RAW-Dateien der Fujifilm Kameras mit PhotoLab bearbeitet werden können.

Fazit​

Rückblickend betrachtet entwickelt sich der RAW-Konverter von DxO zu einem im Jahres-Rhythmus kostenpflichtigen, jeweils neuen Programm. Ob sich dieses Geschäftsmodell als Alternative zum Adobe-Abo durchsetzen kann, wird entscheidend von den Leistungssprüngen der jeweils neuen Version und der schnellen Integration von neuen Kameras und Objektiven abhängen. Diese Integration dürfte weiterhin sehr stark von der Kooperation der Objektiv- und Kamerahersteller abhängen…

DxO bringt mit der neuen Version PhotoLab5 einige (wenige) Neuerungen, die die Arbeit mit dem Programm spürbar vereinfachen.

Für Neueinsteiger oder Umsteiger kann PhotoLab5 in der Elite-Version schon alleine wegen DeepPRIME unbedingt empfohlen werden. Ob die Neuerungen für Besitzer der Vorversion groß genug für ein kostenpflichtiges Upgrade sind, hängt stark von den individuellen Ansprüchen und dem individuellen Workflow ab. Die Beschleunigung von DeepPRIME kann ein entscheidender Faktor sein, wenn man eine sehr große Zahl Fotos bearbeiten will oder muss. Daneben können sich die neu eingeführten Kontrolllinien als ebenfalls sehr nützlich erweisen. Die neuen Funktionen im Modul Fotothek dagegen, also der Fotoverwaltung, sind zwar u.U. nützlich, dürften als alleiniger Grund für einen Kauf aber nicht unbedingt ausschlaggebend sein.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Preise & Verfügbarkeit​

DxO PhotoLab 5 (PC und Mac) ist im Online-Shop von DxO aktuell bis zum 29. November 2021 mit 50% Rabatt erhältlich (Die Rabattaktion gilt für die komplette Software aus dem Hause DxO, also auch Nik Collection4, FilmPack6, PureRaw und ViewPoint sowie die verschiedenen Bundles).

DxO PhotoLab5 ESSENTIAL Edition: 69,50 € statt 139 €.
DxO PhotoLab5 ELITE Edition: 109,50 € statt 219 € / 119,99 F statt 155 F.

Die DxO PhotoLab5-Lizenz erfordert kein Abonnement und erlaubt die Installation der Software auf zwei Arbeitsplätzen (DxO PhotoLab5 ESSENTIAL Edition) oder drei Arbeitsplätzen (DxO PhotoLab5 ELITE Edition).

Weitere Informationen​

Review DxO PhotoLab4
Review DxO PureRaw

Bewertung​

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© Dieter Doeblin. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Dieter Doeblin, Fotos: D. Doeblin, DxO

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