Moin,
ich habe sehr viel Erfahrung mit dem Helicon FB-Tube. Ich benutze ihn seit 4 Jahren in Zusammenhang mit meiner D5 und dem 105-mm-Macro von Nikon.
Auf der Website von Helicon kannst Du sehen, ob der Tube mit Deiner Camera kommuniziert (Mit der D700 klappt es nicht, da die Objektivdaten nicht vollständig durchgereicht werden.) - da solltest Du Dich unbedingt informieren.
Der Tube muss programmiert werden; eingegeben werden muss u. a. die gewollte Blendenöffnung. Ich habe mich für Blende 4 entschieden. Geringe Tiefenschärfe per se, schöne Unschärfe für Unwesentliches. In der Regel komme ich mit 20 bis max. 40 Aufnahmen für einen Focus-Stacking-Satz aus. Macht bei mir eine Belichtungsdauer von 2 bis 4 Sekunden. Kann ich frei Hand gut hinbekommen und ist auch vollkommen ausreichend. Belichtungszeit längstens 1/250 sec. Willst Du eine andere Blende, muss der Tube auf den neuen Blendenwert per Smartphone oder Notebook darauf programmiert werden.
Mit dem Tube photographiere ich in der Regel Blumen und Insekten. Blumen sind einfach, weil unbeweglich. Insekten sollten sich still verhalten - machen sie meist auch. Aber ein Zittern der Fühler kann schon dazu führen, dass das Insekt nicht 2, sondern 4 Fühler hat. Nicht immer kann die Software von Helicon dies herausrechnen. Kleine Wackleien meinerseits (oder des Windes) verarbeitet die Software von Helicon Focus allerdings problemlos - da bin ich wirklich platt. Bin ich im Nachhinein mit der Schärfe immer noch unzufrieden, kommt Topaz Sharpener AI zum Einsatz; Verwacklungunschärfe ohne Halos zu korrigieren, das hat was.
Bin ich auf Reise, habe ich also wenig Zeit, ist der FB-Tube für mich die Wahl, wenn es darum geht, eine ordentliche Schärfentiefe hinzubekommen. Das Schöne: Man braucht zum Erreichen der Schärfentiefe kein Stativ und keinen Blitz; unerwünschte Schatten bzw. Spitzlichter an glänzenden Oberflächen entfallen - wunderbar. In diesem Zusammenhang: Ich nutze die ISO-Automatik; aber mehr als 400 ISO wurden es bei einer Anfangs-ISO von 100 nie.
Genutzt habe ich den FT-Tube im Vergrößerungsbereich von 1:4 bis 1:1 (Objektivangaben); und da er ja ein Zwischenring ist, bewegt sich der reale Vergrößerungsbereich an diesem Beispiel etwa zwischen 1:3 bis 1,2:1.
Der Helicon FB-Tube scheint auf eine Bildüberdeckung von ca. 50 % eingestellt zu sein - ein hinreichend guter Wert. Für höhere Ansprüche (höherer Vergrößerungsmaßstab, kleinere Details) ist eine Bildüberdeckung von 33 % oder besser 25 % sehr schön. Aber das ist ohne Stativ bzw. elektronischen Einstellschlitten nicht realisierbar und dauert - also für mich keine Option im Zusammenhang mit der Reisephotographie.
Das Gute am Helicon FB-Tube: Die Aufnahme startet sofort mit dem Auslösen der Camera. Im Sucher kannst Du sehen, welche Schärfeebene gerade angesteuert wird und Du kannst abbrechen, wenn es Dir reicht. Ich fange etwas früher an und höre etwas später auf. Am PC entscheide ich dann, welcher Schärfentiefenbereich zur Verrechnung kommen soll. Eine Programmierung der Camera ist nicht notwendig. Tube und Objektiv anschließen, die Blende auf 4 einstellen, den AF an der Camera deaktivieren - das war's.
Wenn Du mich fragst: Eine sehr gute Wahl.
Gruß Emc2
elektronischer Einstellschlitten und Helicon Focus arbeiten wunderbar zusammen. Mit dem Lowa 25 mm 2,5 bis 5 machte ich von einem Insektenteil 400 Aufnahmen (Vergrößerungsmaßstab, Blende und gewünschte Schärfentiefe waren die bestimmenden Kriterien) - sie wurden hervorragend miteindander verrechnet. Ich habe es bis dato nicht gewusst: Eine lindgrüne Florfliege (oder Eintagsfliege?) hat tatsächlich Stacheln auf ihren Flügeln!
Gruß Emc2