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Nikon erklärt: Kamerabetrieb bei Minustemperaturen

Das Supportcenter von Nikon ist eine gute Quelle für viel Wissenswertes zur Bedienung Ihrer Nikon-Kamera. Insbesondere für Einsteiger in die Fotografie gedacht sind die Hinweise, die wir in unsere Rubrik Tipps und Tricks aufnehmen. Aber auch manch alter Hase mag vielleicht noch die eine oder andere neue Information finden. Heute:

Worauf Sie beim Fotografieren in der Kälte achten sollten

Gefrorene Seifenblase. Symbolbild für Artikel: Nikon erklärt: Kamerabetrieb bei Minustemperaturen
Bild von birgl auf Pixabay

Nikon Kameras wurden für Aufnahmen in einem bestimmten Temperaturbereich entwickelt. Die Betriebstemperatur für Ihre Kamera finden Sie im Benutzerhandbuch. Meistens liegen die Betriebstemperaturen zwischen 0 und +40 °C (+32 und +104 °F). Nikon kann nicht garantieren, dass die Kamera einwandfrei funktioniert, wenn sie außerhalb dieses Bereichs benutzt wird. Wenn Sie jedoch bei Minusgraden arbeiten, beachten Sie folgende Hinweise.

Belastung des Akkus

Das größte Problem bei Minusgraden ist der enorme Verkürzung der Lebensdauer des Akkus. Eine kalte Umgebung führt mit sinkenden Temperaturen zu elektrochemischen Prozessen im Akku. Die chemische Reaktion im Akku, verlangsamt die Leistung und führt dazu, dass der Akku schneller entleert wird als bei warmen Temperaturen. Bei Minusgraden sollten Sie ein oder zwei Akkus in der Manteltasche tragen, damit sie von Ihrer Körperwärme warm gehalten werden, und sie regelmäßig austauschen, damit die Temperatur des Akkus in der Kamera für eine gute Funktionsfähigkeit hoch genug ist.

Kondensierung

Wenn kalte Kameras und Objektive in warme Umgebungen gebracht werden, ist es wichtig, die schädlichen Einflüsse der Kondensierung zu beachten. Die Kondensierung tritt auf, wenn es einen raschen Temperaturwechsel gibt und sich Wasser auf Oberflächen bildet, die kälter/wärmer als die Umgebungsluft sind. Luftfeuchtigkeit kondensiert und schlägt sich in der Kamera nieder. Dadurch können die Funktionen von optischen Komponenten und der empfindlichen Elektronik gestört werden. Wir empfehlen zwei Möglichkeiten, dies zu vermeiden. Wenn Sie die Kamera in einer Tasche oder einem Koffer aufbewahren, können sich Kamera und Objektiv langsam an die Temperatur anpassen und leichter trocknen.

  1. Wenn Sie sich eine Zeit lang in der Kälte aufhalten, wird die Kameratasche ebenfalls kalt. Packen Sie Ihre Kameraausrüstung in Ihre Tasche, bevor Sie sich in die Wärme begeben. Die kalte Außenluft ist trocken und die Tasche ist langsam abgekühlt, wodurch die Feuchtigkeit langsam abnimmt. Stellen Sie die Tasche so ab, damit sich die Geräte ungestört aufwärmen können.
  2. Wenn Sie die Kamera direkt in die warme Umgebung eines geschlossenen Raums bringen, entfernen Sie den Objektivdeckel und beobachten Sie, was mit dem Objektiv/Okular geschieht. Auf dem Glas vermutlich auch innerhalb der Kamera bildet sich Kondensat. Nehmen Sie das Objektiv vom Kameragehäuse und lassen Sie es einen Moment ohne Objektivdeckel ruhen. Lassen Sie die Kamera ohne Gehäusedeckel ruhen und entfernen Sie Speicherkarte und Batterie bei geöffneten Speicherkarten- und Batterie-/Akkufächern. Ermöglichen Sie der Kamera, sich so zu akklimatisieren, bis sie die Raumtemperatur angenommen hat und kein Risiko der Kondensation mehr besteht. Vermeiden Sie dabei eine staubige Umgebung. Wählen Sie einen Platz, wo so wenig Staub wie möglich in die Kamera gelangen kann.

Digitale Spiegelreflexkameras für den Gebrauch mit Handschuhen

Warme Kleidung und Handschuhe sind bei kaltem Wetter unverzichtbar und dies wurde bei der Entwicklung unserer digitalen Spiegelreflexkameras berücksichtigt. Das heißt, dass das Design des Selbstauslösers und andere Kamerafunktionen auch mit Handschuhen leicht zu bedienen sind. Eine Option für lange Aufenthalte im Freien ist, dünne Handschuhe mit fingerlosen Handschuhen darüber zu tragen. Das ermöglicht eine vollständige Bedienung der Kamerafunktionen und -menüs, während Sie sich dennoch flexibel bewegen und das Bild im richtigen Moment aufnehmen können. Das hängt von den Temperaturen ab, bei denen Sie aufnehmen.

Die Kamera mit zwei Händen halten

Starke Kälte kann das Halten des Griffs bzw. das Geradehalten der Kamera erschweren. Wenn Sie die Kamera mit zwei Händen halten und sich auf einem Gegenstand abstützen, verbessern Sie die Stabilität bei der Aufnahme und verbessern die Qualität der Bilder. Nutzen Sie den Trageriemen der Kamera, wenn Sie sich in kalten Umgebungen bewegen. Dadurch vermeiden Sie, dass Sie die Kamera verlieren, wenn Sie stolpern oder ausrutschen. Mit der Kamera am Trageriemen können Sie Reparaturen vermeiden.

Regenabdeckungen für Kameras

Eis und Schnee führen dazu, dass Kamera und Objektiv nass werden können. Unter Umständen sind Regenabdeckungen empfehlenswert, die bei Fremdherstellern erhältlich sind. Viele NIKKOR-Objektive verfügen über Gummibeschichtung auf dem Bajonettanschluss, die jedoch nicht vor eindringendem Wasser und starken Regen schützen. Die Gummibeschichtung sehen Sie, wenn Sie den Gummiring am Rand des Bajonettanschlusses des Objektivs betrachten.

Das richtige Kit

Berücksichtigen Sie bei kalten Umgebungen das Gewicht des Foto-Kits. Nehmen Sie für die Aufnahmen nur das Nötigste mit. Je schwerer Sie tragen, desto schneller werden Sie ermüden, Energie verlieren, sich weniger konzentrieren. Das wirkt sich auch auf die Qualität der Bilder aus. Wechseln Sie das Objektiv nicht zu oft, um das Risiko zu senken, dass durch Eis und Schnee Feuchtigkeit in die Kamera/Linse gerät.

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