Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweiter Versuch Singvögel


Tom.S
08.11.2009, 20:08
Hallo beisammen!

Nach dem ersten für mich sehr aufschlußreichen Thread ( http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/showthread.php?t=111272 ) wollte ich noch ein kleine Nachlese geben aber nicht einfach hinten drauf schreiben. Aber keine Sorge, das wird keine endlose Doku-Soap über meine Versuche in der Naturfotografie. Das interessiert wohl zu Recht niemanden.

Seit den ersten vernünftigen Aufnahmen (eine davon habe ich eingestellt) ist ca. 1 Monat vergangen. Das Wetter war durchgehend mies. Wenn´s mal nicht geregnet hat, war es windig, bewölkt sowieso. Nachdem Fritz Pölking aber geschieben hat, Naturfotografie geht bei jedem Wetter habe ich unverdrossen weiter gemacht. (Ich beginne mich auch schon langsam als Naturfotgraf zu fühlen, weil die ersten Menschen im meinem Umfeld schon "Spinner" zu mir gesagt haben :hehe: )

Als erste Konsequenz aus den bisherigen Erfahrungen, habe ich das Einbein weggelegt und verwende nur mehr das Dreibein. Hat aus meiner Sicht mit Abstand am meisten gebracht. Die Bedienung geht auch schon flott. So kurze Verschlußzeiten wie unten gezeigt, wären sonst nicht realisierbar.
Den TK lasse ich jetzt an meinem Sigma 100-300/4 meist weg, um eine Blende mehr Lichtstärke zu haben, um die Iso runterdrehen zu können. Da trifft der AF auch etwas besser und schneller, bei Bedarf mache ich einen leichten Ausschnitt. So groß ist der Unterschied zwischen 300 und 420mm auch wieder nicht. Außerdem komme ich durch viel beobachten und Gewöhnung einen Ticken näher ran. Das geht aber nur in dieser speziellen Situation und ist sicher keine Dauerlösung für die freie Wildbahn. Lichtstärke ist trotzdem für mich das Thema Nr. 1 in der Technik geworden. Das Wetter wird sicher auch mal besser, aber die Idee in ein günstiges aber lichtschwaches Supertele-Zoom (Sigma o.ä.) zu investieren, habe ich eher ad acta gelegt.
Der Kabelauslöser ist irgendwie praktisch weil man seine Bewegungen minimieren kann, ob er für die Schärfe was bringt kann ich nicht sagen. Mit der SVA komme ich noch nicht zurecht. Bis da ausgelöst wird (nach 0.4 sec an der D80) ist alles schon wieder anders.
Aus meiner Sicht ist es mir gelungen wieder ein Stück voran zu kommen, was man hoffentlich an den aktuellen Bilden auch erkennen kann. Diese Qualität kann ich regelmäßig reproduzieren und versuchen darauf aufbauend mehr an der Gestaltung zu arbeiten. Habe bewußt auf weitergehende EBV verzichtet. Da wäre noch was drin. In Originalgröße sind die Bilder sowieso nochmal besser.
Neue Motive warten auch schon. Ich habe alleine von meinem Beobachtungspunkt aus 12 verschiedene Vogelarten identifizieren können und etliche, die ich (noch) nicht kenne. Aber dafür wird das richtige Tarnen ein Thema werden.

Wenn´s noch Fragen gibt, gerne jederzeit.

http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/picture.php?albumid=7313&pictureid=100295&thumb=1 ('http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/picture.php?albumid=7313&pictureid=100295')

D80, Sigma 100-300@280mm, 1/60, Iso 400, Blende 5,6, Tripod
raw>jpg danach Auschnitt, komprimiert und minimal nachgeschärft


http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/picture.php?albumid=7313&pictureid=100294&thumb=1 ('http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/picture.php?albumid=7313&pictureid=100294')

D80, Sigma 100-300@300mm, 1/60, Iso 400, Blende 5,6, Tripod
raw>jpg danach Auschnitt, komprimiert und minimal nachgeschärft

http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/picture.php?albumid=7313&pictureid=100043&thumb=1 ('http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/picture.php?albumid=7313&pictureid=100043')

D80, Sigma 100-300@280mm, 1/60, Iso 400, Blende 5,6, Tripod
raw>jpg danach Auschnitt, komprimiert und minimal nachgeschärft

Alle wild und kontrolliert.


lg
tom

P.S. Persönlich würde es mich freuen wenn der/die eine oder andere Einsteiger in der Naturfotografie auch von seinen/ihren Erfahrungen erzählen würde.

PeMax
08.11.2009, 21:42
Erstaunlich gut für so eine lange Belichtungszeit, Meisen sind ja quicklebendige Gesellen und halten keinen Moment still.

dagopertine
08.11.2009, 22:26
Warum sind die Bilder so winzig ?:fahne:

Tom.S
08.11.2009, 22:33
Warum sind die Bilder so winzig ?:fahne:

Damit sie im laufenden Text nicht so viel Platz einnehmen. Das finde ich im post etwas unpraktisch.
Darf ich aus deiner Frage aber auch schließen, dass du noch nicht entdeckt hast, dass sie groß werden, wenn man draufklickt?

lg
tom

Slayer
09.11.2009, 09:21
Der Ansitz gefällt mir gut. Ich würde aber auf schöners Wetter warten und den Blitz weglassen.
Für die ersten Versuche aber nicht schlecht.

MfG
Rico

I_A_N
09.11.2009, 09:34
Hi Tom,

alle Bilder finde ich Klasse.
Das Zweite scheint aber, links neben der Kopf, einige Kratze zu sein, oder ist da was anderes?

Grüße, Ian

dagopertine
09.11.2009, 09:55
Damit sie im laufenden Text nicht so viel Platz einnehmen. Das finde ich im post etwas unpraktisch.
Darf ich aus deiner Frage aber auch schließen, dass du noch nicht entdeckt hast, dass sie groß werden, wenn man draufklickt?

lg
tom

Yes SORRY!:nixweiss:

powerbauer
09.11.2009, 10:24
Ich versuch mich normalerweise nicht an den kleinen Vögel, aber einen habe ich auch mit dem Sigma 100-300/4 EX DG.

Ich denke bei 1/60 mit ISO 400 hast du einfach zu wenig Licht.

http://www.pixelterminator.de/nff/fotos/Meise/Meise.jpg
100% Ausschnitt D300, 300mm, 1/400, F6.3 freihand

Gruß
Thomas

Tom.S
09.11.2009, 11:20
Ich würde aber auf schöners Wetter warten.

Der war gut :D:D .
Nee, im Ernst. Die Lichtverhältnisse sind zur Zeit alles andere als gut, aber ich will einfach auch die Zeit nutzen, schon um im Umgang mit der Ausrüstung sicherer zu werden. Ich habe bisher eigentlich fast nur Reise/Street/Reportage gemacht und da hat man es mit ganz anderem Equipment zu tun. Spaß macht´s auch.

..den Blitz weglassen

Tja, das ist wohl auch Geschmackssache. Auf die Idee hat mich ein Artikel im Naturfoto gebraucht wo ein Fotograf, der sich auf Meisen spezialisiert hatte, ausschließlich mit Multiblitz und tlw. Lichtschranke bzw. Schärfefalle gearbeitet hat. Die Ergebnisse waren zum Teil ziemlich beeindruckend. Dauernd werde ich ihn sicher nicht verwenden.

Das Zweite scheint aber, links neben der Kopf, einige Kratze zu sein, oder ist da was anderes?

Ist mir bisher noch nicht aufgefallen, aber jetzt wo du es erwähnst. Ich habe keine Ahnung was das war. Auf den anderen BIldern ist es nicht. Vielleicht irgendeine kleine Verunreinigung, die dann beim Drüberwischen wieder verschwunden ist.


lg
tom

Slayer
09.11.2009, 11:41
Auf die Idee hat mich ein Artikel im Naturfoto gebraucht wo ein Fotograf, der sich auf Meisen spezialisiert hatte, ausschließlich mit Multiblitz und tlw. Lichtschranke bzw. Schärfefalle gearbeitet hat.

Das ist doch Käse!:D
Ich knipse auch gerne Vögel (http://photodesign-radloff.de/galerie/items/voegel.html) und habe es am Anfang auch mal mit Blitz probiert - es aber schnell wieder sein gelassen. Die Ergebnisse bei natürlichem Licht sind viel besser und die Vögel hauen nach der "Lichtkeule" nicht gleich wieder ab.

MfG
Rico

Tom.S
09.11.2009, 12:11
Die Ergebnisse bei natürlichem Licht sind viel besser und die Vögel hauen nach der "Lichtkeule" nicht gleich wieder ab.


Mir sind sie auch sympathischer mit natürlichem Licht. Ob besser, kann ich nicht sagen. Die Bilder damals waren extrem gut, tlw. im Flug etc. Also der Kerl konnte schon was.


Ich war erstaunt wie egal denen der Blitz ist. Manche schauen nicht mal auf, wenn sie z.B. einen Sonnenblumenkern bearbeiten. Geflüchtet ist deswegen noch keiner. Ich verwende einen Diffusor damit das Licht weicher wird, wird aber für die Vögel nicht so den Unterschied machen.


Jedefalls: Sobald genug Licht da ist, kommt der Blitz weg.

lg
tom

P.S. @Slayer: tolle Bilder!! Naja ein Profi. Welche Brennweite hast du verwendet?

Slayer
09.11.2009, 12:45
Welche Brennweite hast du verwendet?

Vor zwei Jahren habe ich mit einem alten Sigma 70-300 angefangen Vögel zu knipsen, meine Ergenisse waren da auch nicht besser als deine.:fahne:
Dann kam das Nikon 300/4 + TC, was ja mit deinem Sigma vergleichbar ist und wovon noch einige Bilder auf der Website sind (doppelter Spatz z.B.).
Die letzten Bilder wurden mit dem 300/2.8 gemacht.

Deine Bilder werden schärfer wenn du nicht in der warmen Bude sitzt und durch die dicken Fensterscheiben knipst!;)

MfG
Rico

Tom.S
09.11.2009, 13:19
Deine Bilder werden schärfer wenn du nicht in der warmen Bude sitzt und durch die dicken Fensterscheiben knipst!;)


:confused:

Einhorn
09.11.2009, 22:08
Hallo Tom,

habe gerade deine 2. Vogelbilder-Serie gesehen, die sind wirklich ein Stuck besser als das 1. Bild.
Hast wirklich Fortschritte gemacht, indem Du dich mehr mit der Materie beschäftigt hast! Ich glaube aus deinen Text raus zu hoeren das hier Jemand schreibt der er weiss. Mit Lichtmangel, haben wir alle zu kaempfen, auch die mit 2.0 oder 2,8 Lichtstaerke, es kann nie genug sein. Die Winterszeit ist nicht immer mit Licht (Sonne) ueberflutet, aber es gibt auch mal schoene Lichtstrahlen zu nutzen.

freue mich ueber deine Bilder, werde sie weiter verfolgen und danke fuer deine Antwort.

Grüße Warner

CorvusNiger
09.11.2009, 23:45
Einfach mal danke fürs Erzählen des "making of", das gibt gute Anregungen für eigene Versuche.

Gruß
Thomas

ManfredG.
09.11.2009, 23:56
Hi Tom,

alle Bilder finde ich Klasse.
Das Zweite scheint aber, links neben der Kopf, einige Kratze zu sein, oder ist da was anderes?

Grüße, Ian

bei 1/60s könnten das Regentropfen sein...

Tom.S
10.11.2009, 12:42
Einfach mal danke fürs Erzählen des "making of", das gibt gute Anregungen für eigene Versuche.

Gruß
Thomas


Vielen Dank für das positive feedback.
Einhorn hat ja schon gemeint, er werde das weiterverfolgen, wobei ich nicht weiss ob ich noch was zu berichten habe.


Jedenfalls wäre schon wenn auch andere von ihren making-of erzählen. Viele Sache könnten dann für Anfänger etwas einfacher.

lg
tom

Heiko Men.
10.11.2009, 14:31
Jedenfalls wäre schon wenn auch andere von ihren making-of erzählen. Viele Sache könnten dann für Anfänger etwas einfacher.


Das Suchen und Vorbereiten einer Location ist ja erstmal die Hauptarbeit, die entsteht, wenn man Vögel fotografieren will. Irgendwann wird es einem mit den immer gleichen Vogelarten im eigenen Garten zu langweilig und dann gehts halt raus in die Natur. Tipps von anderen Fotografen (sich hier ein Netzwerk aufzubauen ist immer sehr nützlich), Literatur, Internetseiten von Birdwatchern usw. und eigenes Beobachten mit dem Fernglas sind dann die nächsten Schritte.
Hat man eine geeignete Stelle gefunden, läuft es eigentlich immer gleich ab: Überlegen zu welcher Uhrzeit das Licht am besten steht und entscheiden welche Tarnung in Frage kommt...Auto, kleines Tarnzelt, großes Tarnzelt, Tarnnetz, Schirm usw. und dann den Kram aufstellen und warten. Zumindest bei mir und den meisten anderen Tierfotografen die ich kenne, ist das so. Jeder hat natürlich seine eigenen Methoden.

Ansonsten wüsste ich persönlich nicht, was ich ein einem "making of" noch so erzählen könnte. In Einzelschritten beschreiben wie ich über mehrere Monate hinweg verschiedene Ansitzäste vom Eisvogel beobachtet habe, wie ich auf den rutschigen Steinen im Fluß ausgerutscht bin und einen nassen Hintern hatte usw. interessiert vermutlich keinen...

Anders läuft es natürlich, wenn man in den Anfängen ist und noch nicht genau weiß, welche Gerätschaften man braucht. Was Ausrüstung wie Tarnzelt/Netz, geeigneter Stativkopf/Stativ, geeignetes Objektiv, Literatur usw. angeht, wurde hier in der Vergangenheit schon viel geschrieben und die Suchfunktion dürfte hier einiges zutage bringen.

Ansonsten halt einfach gezielt fragen, irgendweiner weiß hier immer was...

Gruß
Heiko

Tom.S
10.11.2009, 16:05
@ Heiko
Ich glaube es fänden viele Leute ziemlich lustig und interessant wenn sie lesen könnten, wie es dich in den Bach gehauen hat :D

Making-of´s (nicht nur in der Fotografie) sind nach meiner Erfahrung gerade für Einsteiger fast immer interessanter als es sich die Könner vorstellen können.
Um aus naheliegenden Gründen bei der Naturfotografie zu bleiben: Wie wichtig der Ansitz ist und was das im Detail zu bedeuten hat, war mir Anfangs keineswegs so klar. Vielleicht war ich auch nur etwas dämlich (bitte keinen Kommentar dazu :D ) aber ich hätte anfänglich den Eindruck, dass "Ansitz" irgendein fast x-beliebiger Platz ist, wo man sich einfach hinhockt und mit ewiger Geduld wartet, dass irgendwas passiert. Erst nach und nach habe ich kapiert, dass der Ansitz vielmehr wie ein "Drehort" im Film zu verstehen ist. Z.B.: Von wo und wann kommt das Licht und sind die Viecher dann da und kann das die Kamera erfassen; ist das Umfeld bzw. der Auschnitt davon, der am Bild zu sehen ist, so, dass es zum Tier paßt; was ist im Hintergrund; wie ist die Perspektive (auf Augenhöhe oder anders); ist dort eine Tarnung möglich etc. Ich mache mir z.B. jetzt immer Probaufnahmen, um zu sehen wie das dann wirkt. Für dich wird das alles sonnenklar sei und nicht der Erwähnung wert, als Neuling sieht das anders aus.
Das trifft natürlich noch auf andere Dinge zu. Wobei es auch was nettes hat, seine Erfahrungen selber zu sammeln aber der Vergleich hilft eben doch manchmal.


Und mit den Infos ist das so eine Sache: Was davon ist gut und richtig und was davon Unsinn? Gerade im Internet gibt es da eine Riesenauswahl an guten wie schlechten Seiten.

Wäre doch ein nettes Projekt in einem Sticky-Thread die besten links zu sammeln. Die Admins oder erfahrenen User könnten das ja ggf. kommentieren und/oder bewerten.

lg
tom